Berufungen werden wirksam durch das Wort Gottes geweckt

Zum Jahrestreffen des Europäischen Berufungsdienstes in Rom

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ROM, 1. Juli 2009 (ZENIT.org).- Der Glaube und die Berufung des Christen erhalte vom Hören des Wortes Gottes entscheidende Impulse, erklärt Msgr. Wojciech Polak. Der Weihbischof der polnischen Erzdiözese Gniezno (Polen) setzt sich auf EU-Ebene für die Berufungspastoral ein. Er ist Präsident von des Europäischen Berufungsdienstes (EVS - European Vocations Service), der Vereinigung der Leiter der Nationalbüros für Berufungspastoral bei den 34 Bischofskonferenzen Europas. Sie werden sich ab morgen, Donnerstag, zu ihrem Jahrestreffen in Rom versammeln. Das Motto der Begegnung lautet: „Sämänner des Evangeliums der Berufung: ein Wort, das Aufruf und Sendung ist".

Bei der Tagung des Europäischen Berufungsdienstes soll vor allem darüber nachgedacht werden, wie ein neues Bewusstsein für die Nachfolge im Großraum Kirche geweckt werden kann. „Die jüngste Synode über das Wort und das Zeugnis des Apostels Paulus erinnern uns daran, wie wichtig das Wort Gottes bei jeder christlichen Berufung ist. Durch eine bibelbezogene, soziologische und pädagogisch-pastorale Betrachtung möchte das Treffen in Rom die Rolle des Wortes Gottes im Priesterleben und im Priesteramt erörtern", so Bischof Polak.

Das Wort Gottes, das oft „am Anfang der persönlichen Begegnung mit Gott" stehe und „Quelle einer jeden Berufung" sei, könne zugleich „als Ziel des Priesteramtes" gesehen werden, erläuterte der Bischof. „Unsere Aufgabe wird es sein, diese unauflösbare Beziehung zwischen Berufung und Wort Gottes zu vertiefen."

Mit Blick auf das begonnene Priesterjahr wollen die Tagungsteilnehmer den Reichtum und die Herausforderungen der christlichen Gemeinden in Europa zusammen mit der Begleitung von Wegen in die Nachfolge Christi erörtern.

Das Jahrestreffen wird durch zahlreiche Vorträge von Fachexperten aus ganz Europa bereichert werden. Papst Benedikt XVI. wird die Teilnehmer am Samstag, dem 4. Juli, zu einer Privataudienz empfangen.

Der Begegnung werden unter anderem Kardinal Zeno Grocholewski, Präfekt der Kongregation für das katholische Bildungswesen; Msgr. Mariano Crociata, Generalsekretär der Italienischen Bischofskonferenz; Msgr. Gianfranco A. Gardin, Sekretär der Kongregation der Institute geweihten Lebens und der Gesellschaften apostolischen Lebens, und Msgr. Italo Castellani, Präsident der Kommission für den Klerus und des geweihten Lebens bei der italienischen Bischofskonferenz, beiwohnen.

Der EVS (European Vocation Service) soll laut Beschluss der europäischen Bischöfe die Rezeption und Wirkungsgeschichte des Schlussdokumentes des Berufungskongresses in Rom (1997) In verbo tuo („In Deinem Namen") beleuchten. Das Fehlen von Leitungs- und Seelsorgberufen in der Kirche, besonders der Ordensleute und Priester, hat dem Thema „Berufung" und „Beruf in der Kirche" ein neues Gewicht verliehen. Vor zehn Jahren hatte der große Berufungskongress in Rom 1997 des Päpstlichen Werks für geistliche Berufe zum Thema „Neue Berufungen für ein neues Europa" diesbezüglich von einem „Qualitätssprung" im Verständnis von Berufung und Berufungspastoral gesprochen und dazu angeregt, generell eine „Pastoral des Dienstes" in der Kirche zu fördern.