Besonderes Coelestin-Jahr wird heute in L´Aquila eröffnet

„Perdonanza“ (Vergebung) zählt zu den populärsten religiösen Festen in den Abruzzen

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ROM, 28. August 2009 (ZENIT.org) .- Heute, am 28. August, wird in L'Aquila, jener Stadt in den italienischen Abruzzen, die am 6. Abril von einem verheerenden Erdbeben heimgesucht wurde, von Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone SDB das Coelestin-Jahr eröffnet.

Der Einsiedler-Papst hatte in seiner nur wenige Monate dauernden und durch Abdankung beendeten Amtszeit einen jährlichen Ablass eingeführt. Die Vergebung der zeitlichen Sündenstrafen war an einen Besuch der Kirche Santa Maria di Collemaggio in L’Aquila geknüpft, ein Privileg, das damals nur auf einer Wallfahrt ins Heilige Land erworben werden konnte.

Die jeweils am letzten Augustwochenende begangene „Perdonanza“ (Vergebung) zählt zu den populärsten religiösen Festen in den Abruzzen. Der Reliquienschrein Coelestins V. wurde nach dem letzten Erdbeben unbeschadet unter dem Schutt der romanischen Basilika Santa Maria di Collemaggio wiedergefunden.

Als Pietro del Murrone (1209-1296), wie Coelestin V. ursprünglich hieß, sein Einsiedlerdasein bei Sulmona aufgab, um Papst zu werden, nahm man auf seinen eigenen Wunsch hin am 29. August 1294 in L'Aquila die Inthronisation vor. Die Papstkrönung, wie sie damals üblich war, geschah im Beisein von 20.000 Zuschauern in der Kirche von Santa Maria di Collemaggio vor den Stadttoren. Es wird überliefert, dass sie ihn auf einem Esel ins Tal führten und dass ihm Tausende nach L'Aquila folgten.