Bestürzung in Nicaragua über den gewaltsamen Tod von Pater Pupiro

Motiv des Verbrechens noch unbekannt

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Von Nieves San Martín

MANAGUA, Freitag, 26. August 2011 (ZENIT.org). – Die Kirche und die ganze Bevölkerung Nicaraguas sind bestürzt über den gewaltsamen Tod von Pater Ernesto Pupiro Marlon Garcia (41 Jahre). Die Umstände seines Todes sind weiterhin unklar, eine Erklärung vom Dienstag beschrieb ihn als „Kriminalfall“ und „abscheuliche Tat“.

„Wenn wir leben, leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Gleich, ob wir leben oder ob wir sterben, wir gehören dem Herrn. " Mit diesem Satz aus dem Römerbrief veröffentlichte der Priesterrat der Erzdiözese Managua ein Kommuniqué über den gewaltsamen Tod des Pfarrers der Kirche „Unbefleckte Empfängnis Mariens“ im Bezirk von Masaya.

Der Priesterrat war zu seiner ordentlichen Sitzung unter dem Vorsitz des Erzbischofs von Managua Leopoldo Brenes und von Weihbischof Silvio Báez zusammengetroffen. Die nationale Polizei hatte über das Auffinden des Leichnams Pater Papiros am Morgen des 20. August informiert, die Todesumstände sind weiterhin unklar.

„Jetzt ergibt alles einen Sinn. Erinnern kann ich mich an einen geschlossenen, grauen Kleintransporter und an ein anderes Fahrzeug, an dessen Farbe ich mich nicht erinnere, die vor zwei Tagen vor dem Mülleimer geparkt hatten. Zwei Leute sprachen aus dem Fahrzeug und zeigten auf einen Ort. Es war im Morgengrauen und es kam mir seltsam vor, aber jetzt verstehe ich, vielleicht wollten sie sich vergewissern, dass der Körper verbrannt war“, so ein Bewohner, der die Polizei verständigt hatte und anonym bleiben möchte.

Die Repräsentanten des Erzbischofs von Managua haben ihre Bestürzung über die traurige Nachricht geäußert. „Wir bedauern diese Gewalttat, die einem Mitglied unseres Presbyteriums auf so tragische Weise das Leben genommen hat“, so Bischof Carlos Avilés, Koordinator des Priesterrates auf einer Pressekonferenz.

„Wir hoffen, dass die nationale Polizei die Umstände der Tat aufklären und sicherstellen wird, dass die Verantwortlichen dieser abscheulichen Tat zur Verantwortung gezogen werden“, äußerte er in Anwesenheit des Erzbischofs von Managua.

Der Polizeisprecher, Kommissar Fernando Borge, hat bislang weder über das Motiv noch über die Todesumstände von Pater Pupiro präzise Angaben gemacht.

Die Untersuchungen haben ergeben, dass der Priester zum letzten Mal am Freitag gegen 22.30 Uhr in seiner Pfarrei gesehen worden war. Zwischen 2.00 Uhr und 2.30 Uhr am Morgen des 20. August ist das wegfahrende Auto des Pfarrers beobachtet worden; ob Pfarrer Pupiro am Steuer war, konnte nicht geklärt werden. 

Zwischen 3.00 Uhr und 4.00 Uhr desselben Tages wurde der Priester ohne Begleitung im Zentrum „La Borgoña“ in Ticuantepe gesehen, um 6.20 Uhr erkannte ein Zeuge sein Auto wiederum in einer anderen Gegend, am Steuer eine nicht identifizierte Person, von der ein Phantombild erstellt worden ist. Einige Gläubige konnten dem gerichtsmedizinischen Institut detaillierte Angaben über die Person machen, die als Täter vermutet wird.

Die Gläubigen erinnerten sich nach dem Verschwinden von Pater Pupiro an einen Mann auf einem Wagen, der an ihnen vorbeigefahren war und lachend gerufen hatte: „Was macht ihr da? Geht schlafen, der Priester ist bereits tot.“ Niemand hätte diesem Bedeutung beigemessen und sich von daher  auch nicht das Nummernschild gemerkt, sagte ein Gemeindemitglied.

In dem kommuniqué hat der Priesterrat von Managua der Familie des Priesters und seiner Pfarrgemeinde seine Anteilnahme und Nähe ausgedrückt.

„Wir empfehlen die Seele unseres Bruders Gott an und bitten ihn, dass die wachsende Gewalt und Unsicherheit in unserem geleibten Nicaragua überwunden wird“, hieß es weiter in dem Text.

Der Erzbischof von Managua, der Weihbischof und der Klerus drückten in einem kurzen Statement ihre „tiefe Besorgnis“ aus und luden zu einer hl. Messe am Dienstag um 19.00 Uhr in die Pfarrei des Geistlichen ein, in der der Priester sieben Jahre gewirkt hatte.

Die Gebetswache dauerte die ganze Nacht über und schloss erst am Mittwochmorgen. Nach der Eucharistiefeier zog der Trauerzug zum Friedhof Ticuantepe, wo der Leichnam des Priesters nun neben dem seiner Mutter ruht.

[ZENIT-Übersetzung des italienischen Originals]