Besuch der Heiligen Stätten kann Glauben stärken

Fouad Twal ruft zu mehr Präsenz im Heiligen Land auf

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ROM, 15. Oktober 2012 (ZENIT.org). ‑ Fouad Twal, Patriarch der Lateiner in Jerusalem, Präsident der Konferenz der Lateinischen Bischöfe in den arabischen Gebieten (C.E.L.R.A.) (Jerusalem), hat in einem freien Redebeitrag bei der 9. Generalkongregation der Bischofssynode am 13. Oktober zu einer größeren Präsenz von Pilgern aufgerufen, um den kulturellen, historischen und geographischen Rahmen besser zuverstehen, in dem die Mysterien ihren Ursprung haben. Die Neuevangelisierung müsse, um modern und wirksam zu sein, von Jerusalem ausgehen.

[Wir dokumentieren die Zusammenfassung seines freien Wortbeitrags in einer Arbeitsübersetzung des Heiligen Stuhls:]

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Die Pilgerreise zu den Heiligen Stätten und zu den ,lebendigen Steinen“ ist ein hervorragendes Mittel, um unseren Glauben und den der Pilger zu beleben, wobei wir den kulturellen, historischen und geographischen Rahmen besser verstehen, in dem die Mysterien, an die wir glauben, ihren Ursprung haben – Gelegenheit zur persönlichen und tatsächlichen Begegnung mit der Person Jesus.

Die Christen des Heiligen Landes sind die direkten Nachkommen der allerersten christlichen Gemeinde, welche das „kollektive lebendige Gedenken an die Geschichte Jesus“ ist. Der Besuch der heiligen Stätten, angemessen vorbereitet und angeleitet durch die Lektüre des Wortes Gottes, und die Begegnung mit der Gemeinde können die Glaubenden mit schwachem Glauben bestärken und in denen den Glauben wieder erwecken, in denen er tot war.
In dieser Zeit, in der die Heiligen Stätten gelegentlich geschändet und angegriffen werden, ist die Präsenz der Pilger eine wirkliche Bezeugung des Glaubens und der Gemeinschaft mit unserer Kirche des Kalvarienberges. Wir brauchen euch, eure Gebete und eure Solidarität! Dorthin, wo die Apostel Jesus zuriefen, stärke unseren Glauben“ (Lk 17,5) , kommt auch ihr, geliebte Brüder im Bischofsamt mit euren Priestern, Seminaristen und der Gemeinde, um den Herrn um den Glauben zu bitten und den Frieden, der uns fehlt.

Ich halte es für dringend notwendig, dass der Glaube ein Lebensstil sei, der eine Annäherung an die anderen beinhaltet.

Wir müssen eine gewisse negative Mentalität ablegen, die im Glauben die Zugehörigkeit zu einer soziologischen Gruppierung sieht, die zu Militanz und Gewalt drängt. Der wahre Glaube hilft, dass wir uns mehr als Kinder Gottes fühlen und also mehr als Brüder den anderen gegenüber, auch um den Preis des Kreuzes und des Blutes.

Die Neuevangelisierung muss, um modern und wirksam zu sein, von Jerusalem ausgehen: ausgehen von der ersten christlichen Gemeinde, die in der Person Jesu verankert ist und die einen Grund hatte, jegliches Opfer auf sich zu nehmen, dem sie ausgeliefert war, und auch die Hingabe des eigenen Lebens auf sich zu nehmen. Unsere Gemeinden sind eine Minderheit inmitten von Andersgläubigen . Die Rahmenbedingungen haben sie dazu gedrängt, sich abzukapseln, sie sind besorgt, sich zu verteidigen, sensibel hinsichtlich ihrer Rechte, wach in Hinsicht auf ihre Heiligen stätten und ihren Ritus. In sich zurückgezogene und verängstigte Gemeinden. Für viele ist der Glaube ein ererbtes und soziales Faktum, während er in Wahrheit stärker persönlich und einsatzbezogen sein sollte. Es geht nicht um das Überleben, sondern um den Durchbruch und die Kommunikation.