Besuch einer römischen Pfarrei in der Innenstadt

Papst Franziskus scheut sozialen Brennpunkt nicht

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 313 klicks

Am Sonntagabend besuchte Papst Franziskus das von Salesianern geleitete Oratorium der Herz-Jesu-Kirche in unmittelbarerer Nähe des römischen Hauptbahnhofes. Während des vierstündigen Aufenthaltes traf er mit etwa 100 Flüchtlingen zusammen sowie mit gerade verheirateten Paaren und Gemeindemitgliedern und unterhielt sich mit ungefähr 60 Obdachlosen. Die Gemeinde und das Viertel gelten als sozialer Brennpunkt Roms. Das Sozialzentrum der Salesianer ist eine wichtige Anlaufstelle der Stadt für Bedürftige. Vor der Messe nahm der Papst fünf Gläubigen die Beichte ab.

Der Pontifex stellte seinen Besuch unter das Thema des Vertrauens in Jesus Christus, der niemals enttäusche und der gekommen sei, alle Sünden der Welt zu vergeben. Er baute seine Ansprache an die Anwesenden auf dem gestrigen Evangelium auf, in dem es heißt: „Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt.“ Er sagte:

„Jesus ist so schwach: Wie ein Lamm. Aber er hatte die Kraft, alle unsere Sünden auf sich zu nehmen: alle. ‚Aber Heiliger Vater, Sie kennen mein Leben nicht: Ich habe eine Sünde, die… aber, ich kann sie nicht mal mit einem Laster transportieren…‘ Wenn wir in unser Gewissen schauen, finden wir oft so manche Sünden, die ganz schön groß sind, nicht wahr? Aber er trägt sie für uns!“

Der Pontifex sagte, Jesus vergebe alles, er reiße die Sünde aus. Johannes der Täufer lade alle ein, im Vertrauen in Jesus zu wachsen. Das Vertrauen in den Herrn sei der Schlüssel für Erfolg im Leben.

„Das ist eine Herausforderung, die wir eingehen müssen: uns ihm anvertrauen, und er enttäuscht uns nie. Nie! Hört mir gut zu, ihr Jungen und Mädchen, die ihr euer Leben beginnt: Jesus enttäuscht nie. Niemals.“

Am Ende seiner Predigt sagte er:

„Und jetzt lade ich euch ein, etwas zu tun: Schließen wir die Augen; stellen wir uns diese Szene vor, am Ufer des Flusses, Johannes der tauft und Jesus, der vorbei kommt. Und hören wir die Stimme von Johannes: ‚Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt.‘ Schauen wir Jesus still an, jeder von uns soll Jesus von Herzen etwas sagen, leise. Der Herr Jesus, der mild ist, gut ist – er ist ein Lamm – der gekommen ist, die Sünden zu vergeben, möge er uns auf dem Weg unseres Lebens begleiten. Amen.“

Der Besuch der Gemeinde war von einer ausgesprochen familiären Atmosphäre geprägt. Abschließend sagte er zu den Anwesenden:

„Ich fühle mich bei euch zu Hause. Danke. Denn jemand kann zu einem Besuch gehen und viel Anstand vorfinden, das gesamte Protokoll, aber keine Wärme. Bei euch habe ich die Wärme der Gastfreundschaft vorgefunden, wie in einer Familie. Und heute bin ich hineingekommen und fühle mich wie zu Hause, wie in einer Familie. Vielen Dank!“