Beten heißt Gott stören, dass er uns erhört

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 485 klicks

In der Predigt während der heutigen Messe in Santa Marta reflektierte Papst Franziskus über das insistierende Beten mit der Sicherheit, dass Gott zuhören wird. Der Pontifex sagte, es gebe zwei Verhaltensweisen beim Beten: das bedürftige Beten und das gewisse Beten. Ein Christ wisse in seinem Gebet, dass er erhört werde; auch wenn er sich des Zeitpunkts nicht sicher sein könne, so könne er doch sicher sein, dass Gott ihm zur Seite stehe. Jesus selbst habe gelehrt, dass man beten solle wie „ein lästiger Freund“.

„Ich weiß nicht, ob sich das besonders nett anhört, aber Beten bedeutet, Gott ein wenig zu belästigen, damit er uns erhört. Aber der Herr selbst sagt es: Wie der Freund um Mitternacht, wie die Witwe vor dem Richter… Es bedeutet, Gottes Augen, sein Herz auf uns zu lenken… Und das haben auch die Leprakranken gemacht, die sich ihm angenähert haben: Wenn du willst, kannst du uns heilen! Sie haben das mit einer gewissen Sicherheit getan. So lehrt uns Jesus zu beten. Wenn wir beten, denken wir manchmal: Na gut, ich sage ihm dies und das Bedürfnis, einmal, zweimal, dreimal, aber nicht mit viel Kraft dahinter. Dann werde ich müde, darum zu bitten, und dann vergesse ich es, darum zu bitten. Sie schrien und sie wurden nicht müde zu schreien. Jesus sagt uns: Bittet, aber sagt uns auch: Klopft an die Tür, und wer an die Tür klopft macht Lärm, stört, belästigt.“

Man solle insistierend beten, fast schon belästigen. Das Gebet enthalte die Bitte und auch die Gewissheit. „Das Gebet drückt ein Bedürfnis aus, wenn wir um etwas bitten: Ich brauche das, erhöre mich, Herr. Aber wenn das Gebet echt ist, ist es auch gewiss: Erhöre mich! Ich glaube daran, dass du das tun kannst, weil du es versprochen hast.“

Beten bedeute auch, sich von Jesus die Frage stellen zu lassen: „Glaubst du, dass ich das tun kann?“

„Er kann es tun. Wann er es tut, wie er es tut, wissen wir nicht. Das ist die Gewissheit des Gebets. Wir müssen dem Herrn aufrichtig sprechen. Ich bin blind, Herr. Ich habe dieses Bedürfnis. Ich habe diese Krankheit. Ich habe diese Sünde begangen. Ich habe diesen Schmerz…, aber immer wahrhaftig, wie die Dinge wirklich sind. Und wir spüren die Not, sind aber auch von seinem Eingreifen überzeugt. Denken wir daran, dass unser Gebet ein Bedürfnis und eine Gewissheit ausdrückt.“