Beten wir Gott an, und lieben wir unseren Nächsten

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 3468 klicks

Götzenanbetung und Scheinheiligkeit machten auch vor dem christlichen Leben nicht halt. Papst Franziskus erklärte, um der Falle dieser beiden Sünden zu entkommen, sei es notwendig, die Gebote der Liebe zu Gott und zum Nächsten zu praktizieren.

Ein Apostel der eigenen Ideen zu werden oder ein Verehrer des eigenen Wohlbefindens und nicht vor Gott. Schlecht über jemanden reden, weil er sich nicht bestimmten Formalitäten anpasse; vergessen, dass das „neue“ Gebot des Christentums ohne Wenn und Aber die Nächstenliebe sei. Auch heute beschäftigte sich Papst Franziskus in der Predigt in Santa Marta mit den Gefahren, die den Glauben angreifen. Der Pontifex ging von den Worten der heutigen Lesung des Apostels Paulus an die Römer (1,16-25) aus: Denn sie hätten Gott erkannt, ihn aber nicht als Gott geehrt und ihm nicht gedankt. Sie hätten Geschöpfe angebetet anstatt den Schöpfer. Es sei eine Götzenanbetung, so der Pontifex, die komme, um die Wahrheit des Glaubens zu erdrücken.

„Da wir aber alle das Bedürfnis haben, anzubeten – denn wir haben die Spur Gottes in uns –, beten wir Kreaturen an, wenn wir nicht Gott anbeten. Und das ist der Übergang vom Glauben zur Götzenanbetung. Die Götzenanbeter haben keine Entschuldigung: Obwohl sie Gott erkannt haben, haben sie ihn nicht angebetet und ihm nicht gedankt. Und was ist der Weg der Götzenanbetung? Er sagt es ganz deutlich: ‚Sie verfielen in ihrem Denken der Nichtigkeit. Der Egoismus des eigenen Gedankens, der allmächtige Gedanke, das was ich denke, ist richtig: Ich denke die Wahrheit, ich mache die Wahrheit mit meinen Gedanken…“

Die Kritik des Apostels Paulus sei vor 2000 Jahren an die Götzenanbeter gerichtet gewesen, die Reptile, Vögel und dergleichen anbeteten, so der Papst. Jedoch sei das Problem heute nicht inexistent, nur weil niemand Statuen anbete, führte er fort. Die Götzenanbetung habe andere Wege gefunden.

„Auch heute gibt es viele Götzenanbeter, viele, die meinen, sie sind allwissend. Aber auch unter uns, unter uns Christen! Ich spreche nicht über diejenigen, ich respektiere diejenigen, die keine Christen sind. Aber unter uns – ich spreche in der Familie – sie halten sich für wissend, für allwissend… Und sie sind töricht, denn sie verwechseln Gott mit einem Bild: mit dem des eigenen Ichs, meinen Ideen, meiner Bequemlichkeit… Heute –ich gehe weiter, es handelt sich nicht nur um eine geschichtliche Sache – auch heute gibt es auf dem Weg einige Götzen… Wir alle haben in uns so manches Götzenbild. Können wir uns vor Gott fragen: Was ist mein verstecktes Götzenbild? Das, was den Platz Gottes besetzt!“

Jesus behandle die Pharisäer im heutigen Evangelium nach Lukas 11,34-41, wie Paulus zu den Römern spreche. Jesus sage zu den Pharisäern, sie würden ihre Gläser und den Teller säubern, aber ihr Inneres sei voller Boshaftigkeit und Habgier.

„Jesus rät: Schaut nicht auf die Äußerlichkeiten, geht zur Wahrheit. Der Teller ist ein Teller, aber das was wichtiger ist, ist das, was auf dem Teller ist: das Essen. Aber wenn du eitel bist, wenn du ein Karrierist bist, wenn du ehrgeizig bist, wenn du eine Person bist, die sich immer etwas auf sich einbildet, weil du denkst, du seist perfekt, mach ein paar Almosen und du wirst von deiner Scheinheiligkeit geheilt. Das ist der Weg des Herrn: Gott anbeten, Gott lieben, und vor allem den Nächsten lieben. Es ist einfach, aber gleichzeitig auch so schwer! Das kann einem nur mit Gnade gelingen. Bitten wir um die Gnade.“