Bethlehem: Immer noch kein Frieden im Heiligen Land

Erklärung der Minoriten zum 40. Jahrestag des Sechstagekrieges

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BETHLEHEM, 14. Juni 2007 (ZENIT.org).- 40 Jahre nach dem Sechstagekrieg leide der Nahe Osten noch immer unter Gewaltkonflikten, heißt es in einer Erklärung der Franziskaner-Minoriten der Franziskaner-Gründung für das Heilige Land, die derzeit ihr Generalkapitel in Bethlehem abhalten, in unmittelbarer Nähe der Geburtsgrotte.



Die Brüder bedauern, „dass selbst heute kein Friede im Heiligen Land herrscht, das von Konflikten zerrüttet ist, die seine beiden Völker trennen und einander entgegenstellen“.

Sie erinnern in ihrer Erklärung daran, dass „die Minoriten stets der äußerst erprobten Zivilbevölkerung dieser Stadt nah gewesen sind, in der unser Herr Jesus Christus geboren wurde, wie auch jener von Jerusalem und anderen Städten der Region. Diese Nähe wurde während des Krieges, dessen 40. Jahrestages wir nun gedenken, auf besondere Weise sichtbar. Damals boten die Minoriten in ihren eigenen Niederlassungen Zuflucht für die verängstigten und bedürftigen Zivilisten, halfen ihnen und überzeugten sie davon, Bethlehem nicht zu verlassen. In den darauf folgenden Jahren hat es niemals an einer solchen Solidarität gefehlt; und tatsächlich zeigt sie sich auf energische und wirksame Weise auch in der gegenwärtigen – außerordentlich schwierigen – Phase.“

Am Krieg vom 5. bis zum 10. Juni 1967 waren Israel und seine arabischen Nachbarstaaten Ägypten, Jordanien und Syrien beteiligt. Mit Ende des Krieges gewann Israel die Kontrolle über Ost-Jerusalem, den Gazastreifen, die Sinai-Halbinsel, das Westjordanland und die Golanhöhen.

In dem Schreiben der Minoritenbrüder wird erwähnt, dass die Ordensleute noch vor fünf Jahren „mit heroischer Treue“ dem Druck standgehalten hätten, „das Heilige Land der Geburt Christi zu verlassen“; darüber hinaus hätten sie sich mit allen Kräften dafür eingesetzt, „seine immense Bedeutung für die gesamte Menschheit“ zu verteidigen.

In diesem Sinn erneuern sie ihr „Treueversprechen zum Missionsauftrag, der uns von der Kirche anvertraut wurde“: das Heilige Land „zu schützen und seine Heilsbotschaft zu verkünden und zu verbreiten“. Zugleich bringen sie ihren Willen zum Ausdruck, mit den Einwohnern Bethlehems verbunden zu bleiben.

„Aus Bethlehem, das die Geburt des Friedensfürsten erblickte, beten wir inständig, dass Gott die ‚Herzen aus Stein‘ in ‚Herzen aus Fleisch‘ verwandeln möge. Wir beten darum, dass der Heilige Geist die Lenker der Nationen führe; sie inspiriere, eine barmherzigere Politik zu verfolgen und ihnen auf den Wegen, die zum Frieden führen, vorangehe.

Wir beten darum, dass die beiden Nationen, die im Heiligen Land beheimatet sind, durch diese Führung von oben versöhnt zusammenleben können - auf der Grundlage der gegenseitigen Anerkennung der gleichen Würde und des gleichen Rechts auf Sicherheit und Freiheit.“