Bethlehem: Rosenkränze für die Teilnehmer des Kölner Weltjugendtags 2005

Das Schicksal der Christen hängt an einem seidenen Faden

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KÖNIGSTEIN, 27. Mai 2005 (ZENIT.org).- Christen in Bethlehem haben sich ein sehr ehrgeiziges Ziel gesetzt: Für jeden Teilnehmer des bevorstehenden Weltjugendtags in Köln wollen sie einen Rosenkranz knüpfen.



Damit dieses Ziel umgesetzt werden kann, müssen die unzähligen Rosenkränze aus Olivenholz von Bethlehem nach Köln geschifft werden, wo sich im August rund eine Million Jugendliche zum großen Glaubensfestival mit Papst Benedikt XVI. einfinden werden. Zu diesem Zweck hat das internationale katholische Hilfswerk "Kirche in Not" mit Sitz in Königsstein um finanzielle Unterstützung im Ausmaß von 20.000 Euro gebeten.

"Die Rosenkränze werden von Familien in Bethlehem hergestellt, die mit der Armut kämpfen, weil die Touristenströme, von denen ihr Lebensunterhalt im Wesentlichen abhängt, einfach ausbleiben", berichtet "Kirche in Not" in einer am Mittwoch veröffentlichen Presseerklärung.

"Die Pilgerreisen haben rapide abgenommen, seitdem die Unruhen ausgebrochen sind. Und auch jetzt noch, wo Frieden eingekehrt ist, wagen sich nur wenige Touristen in die Gebiete und Städte, die innerhalb jener Mauer liegen, die von Israel gebaut worden ist. Auch Bethlehem gehört dazu.

All das hat für Familien, die ihren ganzen Lebensunterhalt aus dem Knüpfen von Rosenkränzen bestreiten und damit die ganze untere Etage ihrer Wohnungen ausfüllen, verheerende Folgen, weil ihnen als Wohnraum ja nur noch ein bescheidener Platz im ersten Stock bleibt."

Bei ihrem jüngsten Besuch in Bethlehem suchten die Mitarbeiter des Hilfswerks nach geeigneten Möglichkeiten, die Christen im Heiligen Land zu unterstützen. Die Ergebnisse dieser "Fact Finding Mission" wurden in dem Bericht "Israel: Christians in Crisis – Faithful Under Pressure From All Sides" ("Israel: Christen in Bedrängnis – Gläubige von allen Seiten bedrängt") veröffentlicht.

Dem Teufelskreis "Armut, Diskriminierung und Gewalt" ausgeliefert, hänge die Zukunft der Christen im Heiligen Land "an einem seidenen Faden", wird im Bericht gewarnt.

Die Idee, Rosenkränze für den Weltjugendtag in Köln zu fabrizieren, stammt von Pater Don Moore, einem US-amerikanischen Priester in Jerusalem. Ihn hatte die Not der christlichen Familien erschüttert, die nach dem Niedergang ihres Rosenkranz-Geschäfts ohne Groschen dagestanden waren.

Der Priester, Leiter des Instituts für die Beziehungen zwischen den verschiedenen Religionen am Päpstlichen Bibelinstitut in Jerusalem ist sich sicher, dass der Erfolg des Rosenkranzprojekts einen "enormen Aufschwung" für das Heilige Land bringen werde.