Betreff: 12 Thesen für das Kreuz im öffentlichen Raum

Ökumenische Initiative europe4christ setzt auf schlagende Argumente

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ROM, 4. November 2009 (ZENIT.org).- Das Kreuz ist das Logo Europas! Für Dr. Martin Kugler vom Trägerkreis der Initiative www.europe4christ.net geht es nach dem Straßburger Kruzifixurteil darum, mit starken Argumente an der Debatte um das Kreuz im öffentlichen Raum teilzunehmen.

In den ZENIT zur Verfügung gestellten Kurzfassung von 12 Thesen geht es darum, die Gelegenheit zu nützen, um in Wort und Tat für ein Europa einzutreten, dass seine Wurzeln nicht verleugnet. Nur so wird unser Kontinent ein Ort bleiben, an dem Religionsfreiheit und Toleranz nicht rhetorische Floskeln sondern gelebte Wirklichkeit sind.


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12 Thesen für das Kreuz im öffentlichen Raum

1. Das Recht auf Religionsfreiheit kann nur seine Ausübung bedeuten – nicht die Freiheit von Konfrontation. Sinn der Religionsfreiheit ist es nicht, eine Gesellschaft zu schaffen, die religionsfrei ist.

2. Kreuze zu demontieren ist eine Verletzung auf derselben Ebene, wie es das Anbringen des Kreuzes für die Atheisten ist.

3.Die leere weiße Wand ist auch eine ideologische Aussage – vor allem dann, wenn sie vorher jahrhundertlang nicht leer war. Ein „wertneutraler“ Staat ist eine Fiktion, die oft propagandistisch benützt wird.

4. Ein angebliches Recht, nicht mit religiösen Inhalten konfrontiert zu werden, kann also nicht stärker sein als das Recht zur freien Religionsausübung.

5. Die Staaten, welche Europäische Menschenrechtskonvention unterzeichnet haben, verstanden unter dem „Recht auf Religionsfreiheit“ mit Sicherheit nicht eine „Freiheit von Religion“.

6. Juristen sprechen von der „slippery slope“ (Achtung Glatteis!): Wehret den Anfängen! Heute sind von dem Bildersturm Institutionen betroffen, morgen das Halsketterl außerhalb meiner Wohnung!

7. Statt religiöse Intoleranz zu bekämpfen, wird die Religion in Form ihrer Symbole bekämpft.

8. Man kann nicht politische Probleme bekämpfen, indem man die Religion bekämpft.

9. Antireligiöser Fundamentalismus macht sich zum Komplizen religiöser Fundamentalismen indem er sie durch Intoleranz provoziert.

10. Das Christentum drängt seiner Natur gemäß nach außen – es kann sich niemals als Privatsache abtun oder ins Ghetto sperren lassen!

11. Die betroffene Bevölkerung möchte mehrheitlich die Kreuze behalten! Es ist auch demokratiepolitisch problematisch, Einzelinteressen so eklatant den Vorrang einzuräumen.

12. Das Kreuz ist das Logo Europas. Es ist ein religiöses Symbol, aber doch wesentlich mehr als das.

[„Europa für Christus!" wurde gleichzeitig von Christen verschiedener Konfessionen als Antwort auf die Diskriminierungen unserer Zeit überlegt. Seit Juli 2005 gibt es den in Deutschland eingetragenen, unabhängigen Verein "Europa für Christus! e.V.", der mit möglichst vielen Gruppen auf partnerschaftliche Weise kooperiert]