Bewaffneter Überfall auf missio-Partner in Pakistan beleibt ungeklärt

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München 3. März 2010(ZENIT.org).-Das Ausbildungszentrum der Salesianer Don Boscos in Quetta wurde von mindestens acht schwer bewaffneten Männern überfallen. Das Zentrum wurde ausgeraubt, ausländische Mitarbeiter massiv bedroht: Externe Hilfe sei nicht erwünscht, so die Angreifer.

Falls die dort arbeitenden Ausländer nicht umgehend das Land verließen, drohten die Bewaffneten mit Gewalt. Ob muslimische Fundamentalisten, die Befreiungsarmee Belutschistans - eine nationalistische Bewegung, die für die Unabhängigkeit von Pakistan kämpft - oder Kriminelle für den Überfall verantwortlich sind, ist derzeit nicht bekannt. Die Verantwortlichen des Überfalls, der sich am 6. Februar 2010 ereignet hatte, konnte von den zuständigen Behördern derzeit nicht nicht ermittelt werden.

Ein Salesianer Don Boscos musste schwer traumatisiert vorübergehend das Land verlassen.

"Durch den ausländerfeindlichen Akt sind wir in großer Sorge um unsere Partner", erklärte Missio-München heute. "Die Bildungsangebote der Salesianer Don Boscos richten sich an christliche wie an muslimische Kinder. Angesichts einer Analphabetenrate von rund 70 Prozent in der Region um Quetta ist Bildung für nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe von entscheidender Bedeutung", so der Präsident des Internationalen katholischen Missionswerkes missio, Pater Eric Englert OSA. missio hat die Bildungsprojekte der Salesianer in Quetta im vergangenen Jahr mit 50.000 Euro unterstützt.


Der Leiter des Ausbildungszentrums, Pater Peter Zago, und andere ausländische Mitarbeiter suchen seit dem Überfall nachts Zuflucht in der katholischen Präfektur von Quetta. Tagsüber arbeiten sie weiter im Ausbildungszentrum und versuchen, den Schulbetrieb mit Hilfe einheimischer Lehrkräfte aufrecht zu erhalten. Derzeit werden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt.

Das Ausbildungszentrum umfasst ein Waisenhaus für 50 Jungen, eine Schule mit 60 Lehrkräften für 1300 Kinder sowie Programme, die Mädchen aus armen Familien den Zugang zu Schul- und Berufsbildung ermöglichen.


Die Salesianer sind seit 1998 vor allem im Bereich der Schul- und Berufsbildung in Quetta tätig. Nach Aussage von Pater Peter Zago sei die Region auch durch die hohe Analphabetenrate besonders anfällig für Propaganda fundamentalistischer Muslime. „Die Tatsache, dass wir für die Kinder der Ärmsten sorgen, für Christen wie für Muslime gleichermaßen, ist bisher die stärkste Garantie für unsere Sicherheit", so Pater Zago. Christen stellen mit zwei Prozent von 180 Millionen Pakistani eine kleine Minderheit im Land dar.


Das Internationale Katholische Missionswerk www.missio.de mit Sitz in Aachen und München unterstützt die katholische Kirche in mehr als 90 Partnerländern in Afrika, Asien und Ozeanien, insbesondere durch die Ausbildung kirchlicher Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Zudem finanziert das Werk den Aufbau der kirchlichen Infrastrukturen. Das Hilfswerk zählt in Deutschland rund 300.000 Mitglieder. Zum Grundauftrag missios gehören qualifizierte Bildungs- und Informationsangebote zu weltkirchlichen Fragestellungen in Deutschland.