Bewegendes Zeugnis der 30 noch lebenden Teilnehmer am Zweiten Vatikanischen Konzil

P. Lombardi kommentiert Papstreise zum Gedenken an das Konzil

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ROM, 10. Juli 2012 (ZENIT.org). - Der Direktor des vatikanischen Pressebüros kommentierte den gestrigen Besuch des Papstes im Haus der Steyler Missionare in Nemi, Italien, und wies darauf hin, dieser Besuch sei für Benedikt XVI. auch eine Gelegenheit gewesen, den Ort wiederzusehen, an dem er als junger Theologe an einigen Dokumenten des Zweiten Vatikanischen Konzils gearbeitet hatte.

Der junge Joseph Ratzinger wirkte 1965 an diesem Ort.

„Die dynamische und fruchtbare Atmosphäre voller Studium, Dialog und Gebet war eine gute  Vorbereitung auf die Versammlungen der Konzilsväter im Petersdom“, erklärte Pater Lombardi.

Der Pressesprecher des Vatikans bemerkte auch, dass Kardinal Roberto Tucci kürzlich über ähnliche Arbeitsbedingungen in Ariccia (Italien) sprach, wo der junge Bischof Karol Wojtyla an der Konstitution „Gaudium et Spes“ mitwirkte.

„Etwa dreißig Teilnehmer am Zweiten Vatikanischen Konzil leben noch, darunter sowohl Konzilsväter als auch Experten, und ihr Zeugnis ist für jene, die wie wir keine direkten Teilnehmer waren, sich aber noch gut an jene spannende Zeit voller Inbrunst, Begeisterung und Hoffnung erinnern können, sehr bewegend“, sagte Pater Lombardi. „Es ist unser Wunsch, dass das fünfzigste Jubiläum der Konzilseröffnung, das wir im Oktober begehen werden, eine Gelegenheit sein möge, uns alle mit Begeisterung wieder auf jene Atmosphäre des Lauschens auf den Heiligen Geist zurückzubesinnen, damit die Dokumente heute im neuen Licht der ‚Hermeneutik der Reform‘ gelesen werden können, im Licht der Erneuerung des einen Subjekts Kirche, die der Herr uns geschenkt hat, unter Wahrung der Kontinuität. Sie ist ein Subjekt, das mit der Zeit wächst und sich weiterentwickelt, dabei aber immer sie selbst bleibt, das Gottesvolk als das eine Subjekt auf seinem Weg“ (Ansprache an die Römische Kurie vom 22.12.2005). Das ist der weise Aufruf, den der bedeutende Konzilszeuge Joseph Ratzinger, der nun Papst ist, an uns ergehen lässt“.

[Übersetzung des englischen Originals von Alexander Wagensommer]