Bibelwissenschaftler P. Albert Vanhoye SJ (Frankreich)

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ROM, 24. Februar 2006 (ZENIT.org).- Am 24. März wird Benedikt XVI. dem langjährigen Rektor des Päpstlichen Bibelinstituts in Rom, Jesuitenpater Albert Vanhoye (83), im Rahmen eines Konsistoriums die Würde eines Kardinals verleihen. Aufgrund seines fortgeschrittenen Alters gehört der Ordenspriester nicht zu den wahlberechtigten Mitgliedern des Kardinalkollegiums.



Albert Vanhoye wurde am 24 Juli 1923 im der französischen Stadt Hazebrouck geboren. In Watten wurde er gefirmt und ging in Hazebrouck ins Knabenseminar. Mit 18 Jahren trat er ins Noviziat der Jesuiten ein. Dort wurde er am 12. September 1941 aufgenommen und absolvierte sein Juniorat [Zeit nach dem Noviziat, Anm. d. Red.] von 1944 bis 1946in Yzeure. Sein Philosophiestudium schloss er 1950 Vals-pre-le-Puy ab.

In den Jahren 1946 bis 1951 unterrichtete er Griechisch, anschließend widmete er sich von 1951 bis 1955in der belgischen Stadt Engiehn weiterführenden Studien. Am 25. Juli 1954 wurde er vom damaligen Weihbischof Henri Dupont von Lille (Frankreich) im belgischen Enghien zum Priester geweiht. Zwei Jahre später wurde er nach Rom gerufen, wo er ab 1956 im Fach Exegese promovierte und 1961 das Doktorat erwarb. Die Abfassung seiner Doktorarbeit verband er mit einer ausgiebigen Lehrtätigkeit im französischen Chantilly. Später wirkte er als Professor für Neues Testament am Päpstlichen Bibelinstitut in Rom, als Sekretär der Päpstlichen Bibelkommission sowie als Berater für Katholische Bildung an der Kongregation für Glaubenslehre.

Bekannt ist P. Albert Vanhoye für seine Forschungsarbeiten zum Hebräerbrief sowie für seine Bibelhermeneutik, die vom Zweiten Vatikanischen Konzil inspiriert worden ist. Der Professor Emeritus des römischen \"Bbilicum\" ist heute unter anderem Herausgeber der wissenschaftlichen Reihe \"Analecta Biblica\". Die \"Heinz-Kühn-Stiftung\" hat im Internet die lesenswerte Studie \"Hexen und Heilige\" (pdf-Format) von P. Vanhoye veröffentlicht. Darin geht es um die Religiosität in Ghana (Westafrika).