Bildung ist entscheidend: Benedikt XVI. empfängt Bischöfe aus Togo

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ROM, 22. Juni 2007 (ZENIT.org).- Christus muss der Weg des Dialogs und der Versöhnung sein. Mit diesem Aufruf wandte sich Papst Benedikt XVI. am Freitagvormittag an die Bischöfe aus Togo, die sich aus Anlass ihres „Ad-limina“-Besuchs in Rom aufhielten. Der Heilige Vater stellte die Familie, die Erziehung der jungen Menschen und den interreligiösen Dialog in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen. Gleichzeitig brachte er den Wunsch zum Ausdruck, dass die Bevölkerung des westafrikanischen Staates immer mehr in Eintracht und Brüderlichkeit leben könne.

Benedikt XVI. dankte den Bischöfen für ihre Beständigkeit und ihren Mut, die sie während der vergangenen Jahre bei der Bewältigung der zahlreichen Schwierigkeiten der ehemaligen deutschen beziehungsweise französischen Kolonie an den Tag gelegt haben. „Ihr habt zum Dialog für die nationale Versöhnung beigetragen, indem ihr alle an die Erfordernisse des Gemeinwohls erinnert habt, in Treue zur Wahrheit Gottes über den Menschen.“

Der Bischof von Rom hob besonders die von den Bischöfen unternommenen Anstrengungen zur Achtung des menschlichen Lebens hervor. Gleichzeitig unterstrich er, dass die „Förderung der Wahrheit und der Würde der Ehe sowie die Wahrung der fundamentalen Werte der Familie“ zu den vornehmlichen Prioritäten der Hirten gehören müssen.

„Die Familienpastoral ist ein wesentliches Element der Evangelisierung, das die jungen Menschen wieder neu entdecken lässt, was eine einzigartige und treue Bindung bedeutet.“ Der Papst ermahnte die Bischöfe zur besonderen Aufmerksamkeit gegenüber der Bildung von Ehepaaren und Familien.

In diesem Zusammenhang ermunterte er seine Gäste auch, sich für die Förderung der katholischen Schulen einzusetzen. Diese seien „Orte der ganzheitlichen Erziehung im Dienst der Familien und der Weitergabe des Glaubens“. Trotz aller möglichen Schwierigkeiten seien sie entscheidend, damit die jungen Menschen in den Genuss einer soliden menschlichen, kulturellen und religiösen Bildung kämen. Die Lehrer sollten für die Jugendlichen „Vorbilder christlichen Lebens“ sein.

Die Evangelisierung ist für Papst Benedikt auch im Hinblick auf die gegenwärtige Situation in Togo dringend notwendig. Zu ihrer Realisierung müsse die Arbeit der Katecheten und der in der Pastoral Tätigen gestärkt werden. Die Inkulturation der Botschaft Jesu, die in Treue zur Lehre der Kirche verwirklicht werde, trägt nach Worten des Heiligen Vaters „zur nachhaltigen Verwurzelung des Glaubens in euerem Volk bei und erlaubt es ihm so, die Person Jesu Christi in allen Dimensionen seiner Existenz anzunehmen“. Im Respekt vor den reichen Traditionen, die lebendiger Ausdruck der Seele des Volkes seien, müssten die Christen entschlossen „all das zurückweisen, was der befreienden Botschaft Christi widerspricht und den Menschen und die Gesellschaft in der Entfremdung einkerkert“.

Der Papst hob anschließend die Bedeutung der Ausbildung der Priester, Ordensleute und Laien hervor, „damit sie den schwierigen Herausforderungen, die sich ihnen stellen, entgegentreten und die Glaubensinhalte mit dem Zeugnis des eigenen Lebens weitergeben können“. Eine fundierte Ausbildung sollte auch den gläubigen Laien helfen, jene Kompetenzen zu erwerben, die es ihnen gestatten, sich im sozialen Leben einzusetzen und für das Gemeinwohl zu arbeiten. Der Papst verwies diesbezüglich auf das „Kompendium der Soziallehre der Kirche“. Diese Zusammenschau sei ein „wertvolles Werkzeug“, das zur Ausbildung aller Menschen, insbesondere aber der Laien, herangezogen werden könne.

Zum Schluss der Audienz erinnerte Benedikt XVI. an die Notwendigkeit der Fortführung und Vertiefung der herzlichen Beziehungen mit den Muslimen. Derartige Beziehungen sind in seinen Augen „für die Eintracht und die Harmonie unter allen Bürgens sowie für die Förderung der gemeinsamen Werte der Menschheit“ unverzichtbar. Auch hier gelte es, eine rege Bildungstätigkeit zu entwickeln. Die bessere gegenseitige Kenntnis könne so in der Liebe und in der Wahrheit zu einer wirksamen Zusammenarbeit im Dienst der Entwicklung des Menschen und der ganzen Gesellschaft führen.

Der Großteil der rund sechs Millionen Einwohner Togos praktizieren eine Naturreligion. Die Christen stellen rund 30 Prozent der Gesamtbevölkerung (12 Prozent Katholiken, 18 Prozent Protestanten), die Muslime 20 Prozent.