Bildungschancen entscheiden sich schon im Vorschulalter

Dött: Kita-Gutscheine würden soziale Nachteile beim Schulstart verringern

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OBERHAUSEN, 13. März 2012 (ZENIT.org). - „Wenn wir die Bildungschancen von Kindern aus sozial benachteiligten Familien verbessern wollen, müssen wir schon im Kindergartenalter ansetzen“, betont die Vorsitzende des Bundes Katholischer Unternehmer, BKU*, Marie-Luise Dött, MdB. Dazu sei es wichtig, die Mittel aus den Bildungshaushalten stärker als bisher im frühkindlichen Bereich einzusetzen, erklärte sie am Dienstag in Oberhausen.

In seinem Konzept „Bildung für alle“ schlage der BKU konkrete Maßnahmen vor, um die Chancengleichheit der Kinder zu erhöhen. Gerechtigkeit im Bildungswesen entscheide sich nicht erst an der Frage, ob ein guter Schüler nach dem Abitur die Hochschulzulassung erhalte, betonte Dött. „Entscheidend ist vielmehr, dass das Kind am ersten Schultag so gut Deutsch spricht, dass es dem Unterricht folgen kann“, so die Abgeordnete.

Um dies sicherzustellen, fordert der BKU, dass für jedes Kinder im Vorschulalter Gutscheine ausgegeben werden, die den kostenlosen Besuch einer Kindertagesstätte ermöglichen. Durch einen flächendeckenden Besuch dieser vorschulischen Bildungseinrichtungen könnten Sprach- und Sozialkompetenz deutlich verbessert werden.

Darüber hinaus regt der BKU an, analog zum Bausparen ein Bildungssparen einzuführen. Bis zu einer Obergrenze von jährlich 1200 Euro pro Kind solle der Staat jeden Euro, der auf ein separates Bildungskonto eingezahlt wird, mit einer Prämie von zehn Cent aufstocken. Das Guthaben auf diesem Bildungskonto könnte dann vom 18. Lebensjahr an in die persönliche Aus- und Weiterbildung investiert werden.

Dött äußerte sich vor dem Hintergrund einer neuen Studie der Bertelsmann-Stiftung, die den deutschen Schulen nach wie vor einen Nachholbedarf bei der Chancengerechtigkeit attestiert.

*Der BKU - Dem 1949 gegründeten BKU gehören rund 1200 Inhaber-Unternehmer, Selbständige und leitende Angestellte an. Der BKU ist in 36 Diözesangruppen gegliedert. In seinen Arbeitskreisen entstehen innovative Konzepte zur Wirtschafts- und Sozialpolitik. Der Verband sieht sich als Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Kirche und Politik.