Bilhildis von Altmünster (gestorben 734)

Klostergründerin und Äbtissin

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 221 klicks

Die Lebensgeschichte der Bilhildis ist nur legendarisch überliefert. Bilhildis wurde gegen Mitte des 7. Jahrhunderts geboren und stammte aus einem in Veitshöchheim bei Würzburg in Franken ansässigen Adelsgeschlecht. Gegen ihren Willen musste sie eine Heirat mit dem heidnischen Frankenherzog Hetan I. eingehen, der in Würzburg seinen Sitz hatte. Der Legende nach erwartete Bilhildis ein Kind, als ihr Mann zum Kriegsdienst aufbrechen musste. Sie begab sich deshalb zu ihrem Onkel, Erzbischof Rigibert von Mainz. Das Kind starb schon bald nach der Geburt. Bilhildis blieb einer Überlieferungsversion zufolge bei ihrem Onkel, eine andere berichtet, sie habe ihren Mann zum Christentum bekehren können. Nachdem Bilhildis Witwe geworden war, nutzte sie ihr Erbe, um von ihrem Onkel, Erzbischof Rigibert, ein Grundstück zu erwerben, auf dem sie das Kloster Altmünster errichtete. Bis zu ihrem Tode stand Bilhildis dem Kloster, das der Regel des heiligen Benedikt folgte, als Äbtissin vor.

Bilhildis starb im Jahr 734. Ihre sterblichen Überreste wurden im Chor der Klosterkirche beigesetzt. Bilhildis, die sich großer Verehrung erfreute, wurde 1289 ein Altar und ein Reliquienschrein mit ihrer Kopfreliquie errichtet. 1722 wurden einige Reliquien in ihre Heimatstadt, nach Veitshöchheim, überführt. Bis heute findet in Veitshöchheim zu Ehren der Heiligen an ihrem Gedenktag, dem 27. November, eine Prozession statt, bei der die Büste der Heiligen durch den Hofgarten und die Straßen getragen wird. Die Verehrung der Heiligen in Veitshöchheim wurde im 18. Jahrhundert im Zuge der Reliquien-Überführung im Jahr 1722 wiederbelebt.

Die Kopfreliquie wurde 1991 einer wissenschaftlichen Untersuchung unterzogen, die deren Echtheit bestätigte.

Das Benediktinnerinenkloster Altmünster, das von Bilhildis gegründet worden sein soll und erstmals 818/819 Erwähnung findet, wurde 1243 unter Erzbischof Siegfried III. von Eppstein dem Zisterzienserorden übergeben. Am 15. November 1781 wurde das Kloster von Kurfürst Friedrich Karl zugunsten des neu gegründeten Universitätsfonds aufgelöst. Nach der Säkularisation im Jahr 1802 befand sich die Anlage im Besitz der Evangelischen Gemeinde in Mainz. In der Folgezeit diente das ehemalige Kloster als Militärlazarett. Die Klosteranlage wurde baufällig und musste abgerissen werden. Die aufwendig instandgesetzte Kirche hingegen konnte am 17. März 1895 als Stätte für den evangelischen Garnisonsgottesdienst eingeweiht werden. Am 29. September 1929 wurde die Kirche von der Mainzer Evangelischen Gemeinde erworben, in deren Besitz sie heute noch ist.