Biographie der Karmelitin Elia vom heiligen Clemens (1901-1927), die am Samstag in der italienischen Stadt Bari selig gesprochen wird

Den Weg zum Paradies, dem "Punkt Omega" jedes Glaubenden, in Freude gehen

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ROM, 17. März 2006 (ZENIT.org).- Die unbeschuhte Karmelitin Elia vom heiligen Clemens, die ursprünglich Teodora Fracasso hieß, wird am Samstag, dem 18. März, im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes in der Kathedrale von Bari (Italien) selig gesprochen werden. Nach Angaben des Büros für die liturgischen Feierlichkeiten des Heiligen Stuhls wird die Heilige Messe, der Erzbischof Francesco Cacucci von Bari-Bitonto vorstehen wird, um 18.30 Uhr beginnen.



Wir veröffentlichen die vom Orden der Unbeschuhten Karmeliten erstellte Biographie der Ordensschwester.

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Die neue Selige unseres Ordens wurde am 17. Januar 1901 als drittes Kind der Eheleute Giuseppe Fracasso und seiner Ehefrau Pasqua, geb. Cianci, in Bari geboren und vier Tage später in der Kirche San Giacomo von ihrem Onkel, Don Carlo Fracasso, auf den Namen Teodora getauft. Gefirmt wurde sie 1903 vom Erzbischof der Diözese, Giulio Vaccari.

Damals lebte die Familie an der Piazza San Marco von den Einkünften des Vaters, der als Tüncher und Maler tätig war; 1929/30 konnte er unter großen Opfern ein Geschäft für Farben und Lacke eröffnen, die Mutter war Hausfrau.

Von den neun Kindern, die diese vorbildlichen christlichen Eheleute hatten, überlebten nur Prudenza, Anna, Teodora, Domenica und Nicola (Nikolaus); bei ihren Eltern fanden sie die für ihr menschliches und geistliches Wachstum nötige Hilfe und Geborgenheit.

1905 zog die Familie in die Via Piccinni in ein Haus um, das von einem kleinen Garten umgeben war, in dem die kleine Teodora im Alter von 4 oder 5 Jahren in einem Traum eine schöne Dame erblickte, wie sie behauptete, die zwischen blühenden Lilien umherging, dann aber plötzlich wieder in einem Lichtstrahl verschwand. Ihr versprach sie, ins Kloster zu gehen, nachdem ihr die Mutter erklärt hatte, was die Vision bedeuten könnte.

Nach den Jahren im Kindergarten bei den Schwestern von den Wundmalen (Stimmatine) kam sie in die Grundschule. Am 8. Mai 1911, in der dritten Klasse der Volksschule, hatte sie nach einer langen Vorbereitung Erstkommunion. In der Nacht zuvor träumte ihr von Therese vom Kinde Jesus, die ihr sagte: "Du wirst wie ich Klosterschwester sein." In den folgenden Jahren besuchte sie den Handarbeitsunterricht in ihrer Schule.

Sie trat der Vereinigung der seligen Imelda Lambertini, einer Dominikanerin mit einer ausgeprägten eucharistischen Frömmigkeit, bei, und später dann der "Milizia Angelica" des heiligen Thomas von Aquin. Von Zeit zu Zeit versammelte sie ihre Freundinnen bei sich zu Hause, um mit ihnen zu meditieren und zu beten, sowie die Evangelien, die "Nachfolge Christi", die 15 Mariensamstage, die Heiligenlegende und besonders die "Geschichte einer Seele" der heiligen Therese vom Kinde Jesus zu lesen.

Dieses ihr Verhalten und ihr positiver Einfluss auf ihre Freundinnen blieben einer ihrer Lehrerinnen, Schwester Angelina Nardi, nicht verborgen. Ihre um diese Zeit noch nicht eindeutige Ordensberufung begann sich durch die kluge Leitung des Dominikanerpaters Pietro Fiorillo zu festigen, der sie in den Dritten Orden des heiligen Dominikus einführte, wo sie am 20. April 1914 mit dem Namen Agnese ins Noviziat zugelassen wurde und mit Dispens wegen ihres jugendlichen Alters am 14. Mai 1915 Profess machte.

Während der schwierigen Kriegsjahre 1915-1918 boten sich der jungen Teodora über den Bereich der Familie und ihrer Bekanntschaften hinaus unzählige Gelegenheiten, um in der Katechese und der Seelsorge mitzuhelfen und ihren Wunsch, den Mitmenschen Gutes zu tun, zu erfüllen.

Ende 1917 wandte sich Teodora an den Jesuitenpater Sergio Di Gioa, der sie als ihr neuer Beichtvater nach ungefähr einem Jahr zusammen mit ihrer Freundin Chiara Bellomo, der späteren Sr. Diomira von der Göttlichen Liebe, an den Karmel St. Josef in Bari verwies; im Dezember 1918 begaben sie sich zum ersten Mal dorthin. Das Jahr 1919 wurde unter der klugen Leitung von P. Di Gioa zu einer Zeit intensiver Vorbereitung für den Eintritt ins Kloster.

Die neue Selige trat am 8. April 1920 ins Kloster ein, wurde am 24. November des gleichen Jahres mit dem Namen Schwester Elia vom heiligen Clemens eingekleidet und legte am 4. Dezember 1921 die einfachen Gelübde ab. "Allein zu den Füßen des gekreuzigten Herrn schaute ich ihn lange Zeit an und sah, dass in diesem Blick mein ganzes Leben lag." Neben der heiligen Teresa von Jesus nahm sie sich Therese vom Kinde Jesus zur geistlichen Führerin und folgte "ihrem kleinen Weg der geistlichen Kindheit, auf den ich mich vom Herrn gerufen fühlte", wie die Selige behauptet. Am 11. Februar 1925 legte sie die feierliche Profess ab.

Ihr Weg im Kloster war von Anfang an nicht leicht; gleich in den ersten Monaten musste sie im Geist des Glaubens nicht wenige Schwierigkeiten bewältigen. Doch das eigentliche Problem kam, als die Priorin, Mutter Angelica Lamberti, sie im Frühjahr 1923 zur Lehrschwester für maschinelles Sticken in dem dem Karmel angeschlossenen Internat für Mädchen ernannte. Doch Sr. Colomba vom Heiligsten Sakrament, die autoritäre, strenge und wenig verständnisvolle Leiterin, sah die Güte und Freundlichkeit, die Sr. Elia im Umgang mit den Mädchen an den Tag legte, nicht mit Wohlwollen und schaffte es, dass sie nach zwei Jahren von diesem Posten weggeholt wurde.

Die neue Selige war immer sehr auf die Beobachtung der Ordensregeln und der gemeinschaftlichen Verpflichtungen bedacht und verbrachte viel Zeit mit der Erledigung der ihr anvertrauten Näharbeiten in ihrer Zelle. 1927 ernannte sie die Priorin zur Sakristanin, was ein Zeichen der hohen Wertschätzung ist, die sie bei ihr genoss. In den Zeiten der Prüfung war ihr P. Elias vom heiligen Ambrosius, Generalprokurator des Ordens, den sie anlässlich eines Besuches im Karmel kennen gelernt hatte, eine große Stütze; sie unterhielt mit ihm einen erbaulichen, für sie sehr ersprießlichen Briefwechsel.

Im Januar 1927 wurde sie von einer starken Grippe heimgesucht, die sie sehr schwächte, und litt unter häufigen Kopfschmerzen, die sie klaglos und ohne Medikamente zu nehmen ertrug.

Als einige Tage vor Weihnachten, am 21. Dezember 1927, starkes Fieber und andere Beschwerden auftraten, hielt man es zunächst für eines der üblichen Leiden, doch wurde die Situation immer besorgniserregender. Ein Arzt, der sie am 24. Dezember untersuchte und eine mögliche Meningitis diagnostizierte, hielt ihren Zustand für nicht besonders ernst, weshalb erst am nächsten Morgen zwei Fachärzte zugezogen wurden, die allerdings nur feststellten, dass es schon zu spät sei.

Schwester Elia starb am 25. Dezember 1927 um 12 Uhr. Sie ging an einem Festtag in den Himmel ein, wie sie vorausgesagt hatte: "Ich werde an einem Festtag sterben." Am folgenden Tag feierte der Erzbischof von Bari Augusto Curi im Beisein ihrer Familienangehörigen und vieler Menschen das Requiem für die Dienerin Gottes.

Die junge Karmelitin blieb allen in sehnsuchtsvoller Erinnerung, hinterließ aber auch eine wichtige Botschaft, dass man nämlich den Weg zum Paradies, dem "Punkt Omega" jedes Glaubenden, in Freude gehen muss.