Biographie des seligen Priesters Augustine Thevarparampil, des "Apostels der Unberührbaren" in Indien

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RAMAPUAN, 4. Mai 2006 (ZENIT.org).- Pater Augustine Thevarparampil, der "Apostel der Unberührbaren" in Indien, wurde in Ramapuan (Indien) selig gesprochen. Kardinal Varkev Vithayathil, Erzbischof von Ernakulam-Angamaly, stand im Namen Benedikts XVI. der Seligsprechungszeremonie am 30. April vor.



Wir veröffentlichen eine Biographie von Pater Thevarparampil, die einem Dokument des Heiligen Stuhls entnommen ist.

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Jeder kannte ihn als "Kunjachan", was auf Malajalam "kleiner Priester" bedeutet. Pater Augustine Thevarparampil war sehr kleinwüchsig, aber in der Verkündigung Christi unter den "Dalit", den Ausgestoßenen, ein Hüne.

Augustine wurde am 1. April 1891in Ramapuram in der Diözese Palai (Bundesstaat Kerala) geboren und trat nach der Schule in das Priesterseminar ein. Er wurde im Alter von 30 Jahren am 17. Dezember 1921 vom Diener Gottes Mar Tommaso Kurialacherry zum Priester geweiht. ("Mar" ist in der syrisch-katholischen Kirche ein Titel der Hochachtung, eine für den Bischof in Indien übliche Anrede).

1923 wurde der Priester als stellvertretender Pfarrer der Kirche zum heiligen Sebastian nach Kadanad gesandt. Sein pastoraler Dienst an diesem Ort war nicht von großer Dauer, da sein gesundheitlicher Zustand ihn 1926 zwang, an seinen Geburtsort zurückzukehren.

Während seiner Genesung wurde er sich der erbärmlichen Lebensumstände der "Unberührbaren", der Angehörigen der niedrigsten Kaste der indischen Gesellschaft, bewusst. Gandhi nannte diese Personen "Harijan" ("Volk Gottes"). Pater Augustine entschied sich dafür, sein Leben in den Dienst der Evangelisation und der Verbesserung der Lebensbedingungen dieser Ärmsten der indischen Gesellschaft zu stellen.

Der Priester stand jeden Morgen um vier Uhr auf. Nach der Feier der Heiligen Messe gingen er und ein Katechet in die Dörfer, um Familien zu besuchen. Er kümmerte sich sowohl um die Unberührbaren in seiner Gemeinde als auch um diejenigen, die er erreichen konnte.
Jeden, der Hilfe benötigte, nannte er "Kind". Er stand ihnen mit tätiger Nächstenliebe und Trost zur Seite, versuchte Streitigkeiten zu lösen und kümmerte sich um die Kranken. Manche mieden ihn und versteckten sich vor ihm.

Seine geringe Körpergröße stellte einen Segen dar, weil er ohne Schwierigkeit in den armen Dorfhütten ein- und ausgehen konnte. Kunjachan war ein Freund der Kinder, er hatte stets Süßigkeiten für sie dabei. Den Kindern bereitete seine Gesellschaft eine gewaltige Freude.

Pater Augustine verbrachte sein gesamtes Leben in großer Einfachheit und lebte wie die Armen, denen er sein Dasein gewidmet hatte. Sein Testament beginnt mit den Worten: "Ich besitze weder Land noch Geld und schulde niemandem etwas. Ich möchte, dass meine Beerdigung sehr schlicht gehalten wird."

Als Mann von tiefer Geistlichkeit betete er ständig, selbst während seiner häufigen Reisen. Er war stets geduldig und verständnisvoll mit den Ausgestoßenen und verstand es, Misstrauen zu überwinden.

Während der Jahre seines Priesterdienstes unter den "Dalits" taufte er persönlich nahezu 6000 Personen. Er war unter dem Namen "Apostel der Unberührbaren" bekannt.

Nach der Feier seines goldenen Priesterjubiläums starb er am 6. Oktober 1973 im Alter von 82 Jahren.

P. Augustine Thevarparampil hatte den Wunsch gehabt, inmitten seiner geliebten Kinder unter der Erde beerdigt zu werden. Die Mitglieder seiner Gemeinde baten aber darum, seine Überreste in ihrer Kirche bestatten zu dürfen, am Fuß des Alters des heiligen Augustinus, dem Patron der Gemeinde. Sein Grab ist jedes Jahr das Ziel von tausenden Pilgern. Große Feierlichkeiten im Gedenken an seinen Tod werden insbesondere am 16. Oktober abgehalten.

[ZENIT-Übersetzung des vom Heiligen Stuhl veröffentlichten englischen Originals]