Birgitta von Schweden (um 1303 - 1373)

Ordensgründerin und Schutzheilige Europas

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 352 klicks

„Birgittas Heiligkeit, die von der Vielfalt der Gaben und Erfahrungen gekennzeichnet ist, … macht sie zu einer herausragenden Gestalt in der Geschichte Europas. Durch ihre skandinavische Herkunft bezeugt die heilige Birgitta, dass das Christentum das Leben aller Völker dieses Kontinents zutiefst durchdrungen hat“, so Benedikt XVI. während der Audienz am 27. Oktober.

Birgitta wurde um 1303 bei Uppsala in Schweden geboren. Sie wuchs in einem frommen Elternhaus auf. Schon früh hatte das Mädchen Visionen.

Aus der Ehe mit dem adeligen Landvogt Ulf Gudmarsson, auch Birgitta stammte aus einer adeligen Familie, gingen acht Kinder hervor. Birgitta wurde wegen ihrer Frömmigkeit und Wohltätigkeit geschätzt. Gemeinsam unternahmen sie zahlreiche Pilgerfahrten, u.a. nach Santiago de Compostela. Nach der Rückkehr von der letztgenannten Pilgerreise beschloss Birgittas Mann, sich in das Zisterzienserkloster in Alvastra zurückzuziehen. Kurz darauf starb er. Das Ehe- und Familienleben Birgittas ist auch heute noch ein Beispiel, „um der Welt die Schönheit der Ehe zu zeigen, die nach den Werten des Evangeliums gelebt wird: Liebe, Zärtlichkeit, gegenseitige Hilfe, Fruchtbarkeit in der Zeugung und Erziehung der Kinder, Öffnung und Solidarität gegenüber der Welt, Teilnahme am Leben der Kirche“, wie Benedikt XVI. während der Audienz am 27. Oktober 2010 ausführte.

Birgitta hatte wenig später nach dem Tod ihres Mannes eine Vision: Sie erhielt von Christus den Auftrag, seine Braut und Mittlerin zu sein. Birgitta gründete schließlich auf dem Königsgut Vadstena eine neue Ordensgemeinschaft. Der Orden wurde 1370 von Papst Urban V. approbiert; die offizielle Anerkennung erfolgte 1378. Damit war der Grundstein für das spätere Birgittakloster gelegt.

Birgitta unternahm viele Wallfahrten, sogar bis ins Heilige Land. 1349 zog sie nach Rom, wo die Heilige seit 1349 hauptsächlich gemeinsam mit ihrer Tochter Katharina lebte. Birgitta hatte diesen Entschluss gefasst, um am Heiligen Jahr 1350 teilnehmen zu können und um die Approbation ihres Ordens zu erwirken. Ihr Haus an der Piazza Farnese, das heutige Stammhaus des Ordens, bot vielen Pilgern Unterkunft und war Ziel von Armen und Bedürftigen, um die Birgitta sich zeitlebens kümmerte. 

Birgitta starb am 23. Juli 1373 in Rom, kurz nachdem sie aus Jerusalem zurückgekehrt war. Ihre sterblichen Überreste wurden 1374 von ihrer Tochter Katharina nach Vadstena überführt. Vorübergehend war die Heilige in der römischen Kirche San Lorenzo in Panisperna bestattet worden.

Birgitta wurde 1391 durch Papst Bonifatius IX. heiliggesprochen. Seit 1396 ist sie die Schutzheilige Schwedens, seit 1999 Schutzheilige Europas.

Rund 700 Offenbarungen, die sog. „Revelationes celestes“, sind von der heiligen Birgitta überliefert, ferner das „Liber celestis imperatoris ad reges“, liturgische Lesungen und 40 Gebete sowie die Ordensregel, „Regula Sancti Salvatoris“.