Bischof Algermissen: Das Töten nicht zur Therapie erheben

Umfassende Zuwendung ist die christliche „Sterbehilfe“

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FULDA, 28. Februar 2008 (ZENIT.org).- Das Sterben sei die „letzte große Lebensaufgabe“ des Menschen, und niemand könne sie ihm abnehmen, bekräftigt Bischof Algermissen.



In seinem Beitrag in der Fuldaer Kirchenzeitung „Bonifatiusbote“ geht der Hirte auf die Zulassung der aktiven Sterbehilfe in Luxemburg ein (nach den Niederlanden und Belgien ist es das dritte Land), um sich anschließend der „Entwicklung mit fatalen Auswirkungen“ in Deutschland zu widmen, wo die aktive Sterbehilfe „in einer völligen Verkennung der Situation“ mitunter als „Liebesdienst“ bezeichnet werde.

Jeder Mensch müsse bei seiner letzten großen Aufgabe, dem Sterben, begleitet werden, fordert der Bischof. Dazu gehöre die Verabreichung von schmerzstillenden Mitteln, so dass man „die letzte Lebensphase menschlich zu bewältigen vermag“, sowie die „bestmögliche Pflege“, bei der es vor allem auch um den menschlichen Aspekt gehe.

„Zur Sterbehilfe nach christlichem Glauben gehört, dass der Schwerkranke in seiner seelischen Not nicht alleingelassen wird. Gerade im Sterben werden die Fragen nach dem Woher und Wohin des Lebens bewusst. Es sind im Letzten religiöse Fragen“, erinnert Bischof Algermissen.

All diese Fragen dürften „weder ausgeklammert noch verdrängt werden. Dabei ist der Glaube eine wirksame Hilfe, die Angst vor dem Tod durchzustehen, ja zu überwinden. Er schenkt dem Sterbenden eine feste Hoffnung. Der Glaube gibt auch dem Leiden, das uns unverständlich erscheint, seinen Sinn: Denn es ist Teilnahme am Leiden Jesu Christi selbst (vgl. Kol 2, 24). Als Christen wissen wir, wie der Apostel Paulus von sich sagt: Christus will ich erkennen und die Macht seiner Auferstehung und die Gemeinschaft mit seinem Leiden, sein Tod soll mich prägen (Phil 3,10).“

Die christliche Alternative zur aktiven Sterbehilfe sei die umfassende Zuwendung – „als Antwort auf den Schrei nach Hilfe bei der letzten Etappe des Lebens“. Die Hospizarbeit der Kirche müsse zudem gestärkt und die Palliativmedizin weiter entwickelt werden.

Abschließend fasst der Bischof die Haltung der Hirte in dieser bioethischen Frage mit einem Zitat des Katechismus der Katholischen Kirche zusammen: „Willentliche Euthanasie, gleich in welcher Form und aus welchen Beweggründen, ist Mord. Sie ist ein schwerer Verstoß gegen die Würde des Menschen und gegen die Ehrfurcht vor dem lebendigen Gott, seinem Schöpfer“ (2324). Und er fügt hinzu: „Diese Grundhaltung wird uns immer dazu bringen, gegen die Kultur des Todes, die sich in unserer Gesellschaft breit macht, zu kämpfen.“