Bischof em. Dr. Joachim Wanke verabschiedet

Ein Stück Kirchengeschichte im Bistum Erfurt geht zu Ende

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BONN, 28. November 2012 (ZENIT.org/PM DBK). - Nach über 31 Amtsjahren hat das Bistum Erfurt heute seinen Altbischof Joachim Wanke mit einem Festakt und einem Gottesdienst in den Ruhestand verabschiedet. An dem Festgottesdienst im Erfurter Dom nahm auch der Berliner Kardinal Woelki teil.

Der stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle, würdigte Wanke als Bischof der klaren Worte und großartigen Seelsorger. „Heute geht ein Stück Kirchengeschichte im Bistum Erfurt zu Ende: Ein Vierteljahrhundert hast Du als Bischof dem Bistum Erfurt gedient … Als Hirte Deiner Herde warst Du immer der Pfarrer, zu dem man mit seinen Sorgen hingehen konnte, der einem zuhörte und Rat wusste. ‚Pastor bonus’ – der gute Hirte. Kaum ein Bild trifft besser auf Dich zu als genau dieses“, sagte Bischof Trelle.

Die einfühlsame und zielorientierte Art seines Handelns hätten Gläubige und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bistums gleichermaßen geschätzt. „Mit diesem guten Maß an kontinuierlicher Beharrlichkeit hast Du das Bistum Erfurt und unsere Bischofskonferenz geprägt. Dabei bist Du mit Achtung und Respekt den Menschen begegnet: den Katholiken und den Protestanten, den Christen und den Nichtchristen; nie hast Du nachgelassen, auch die Nichtgetauften als Adressaten eines guten Wortes und der Frohen Botschaft zu verstehen“, so Trelle. Der Rat von Bischof Wanke als einem der dienstältesten Bischöfe innerhalb der Bischofskonferenz sei immer gefragt gewesen. In seinen 14 Jahren als Vorsitzender der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz habe Bischof Wanke maßgeblich an dem vielbeachteten Wort der deutschen Bischöfe „Zeit zur Aussaat“ im Jahre 2000 mitgewirkt. „Bereits damals hast Du herausgestellt, mit welcher missionarischen Dynamik die Kirche erfüllt werden müsse – ein Thema, das jüngst auf der Bischofssynode in Rom erörtert wurde. Ein Bischof aus Thüringen konnte uns besonders gut in Erinnerung rufen, dass Mission nur in Demut und Selbstbewusstsein gelingen kann“, erklärte Bischof Trelle.

Für viele Gläubige des Bistums Erfurt gelte Bischof Wanke als Bischof der Einheit: „Das Geschenk der Wiedervereinigung war für Dich Befreiung und Auftrag: Die durch den staatlichen und politischen Einigungsprozess möglich gewordene Zusammenführung kirchlicher Strukturen wurden von Dir mit großem Einsatz vorangetrieben. Die Anliegen der ostdeutschen Ortskirchen hast Du kraftvoll und überzeugend in den Beratungen der Bischofskonferenz und im Verband der Diözesen Deutschlands eingebracht.“ Bischof Trelle würdigte das Engagement von Bischof Wanke, Papst Benedikt XVI. nach Thüringen eingeladen zu haben. Die Apostolische Reise habe zudem eine deutschlandweite Wirkung gehabt. „Ohne Dich wäre es nicht zu der bewegenden Marienfeier in Etzelsbach gekommen. Wir alle denken auch an den historischen Besuch des Heiligen Vaters im Erfurter Augustinerkloster. Der Besuch war Ausdruck dessen, was Du für die Ökumene geleistet hast: Die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den getrennten Brüdern und Schwestern im Glauben hat dank Deines Einsatzes weit über die Grenzen Thüringens hinaus Strahlkraft entwickelt.“ In seinem Grußwort fügte Bischof Trelle hinzu: „Dein Wirken hat unserem bischöflichen Amt viel Glaubwürdigkeit und Überzeugungskraft verliehen. Dein Rücktritt ist deshalb ein Verlust für die ganze Kirche in Deutschland. Gleichwohl gönnen wir Dir von Herzen den wohlverdienten Ruhestand.“