Bischof Feige berichtet von der Dritten Europäischen Ökumenischen Versammlung in Sibiu

Pressekonferenz in Fulda

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FULDA, 28. September 2007 (ZENIT.org).- Über Erfahrungen und Perspektiven der Dritten Europäischen Ökumenischen Versammlung (EÖV3) in Sibiu/Hermannstadt (Rumänien) vom 4. bis 9. September 2007 berichtete Bischof Dr. Gerhard Feige (Magdeburg) heute, Donnerstag, bei einem Pressegespräch in Fulda.



Der Vorsitzende der Arbeitsgruppe „Kirchen des Ostens“ war Leiter der 84köpfigen Delegation der Deutschen Bischofskonferenz, die gemeinsam mit rund 2.000 Delegierten aus ganz Europa an dem Treffen teilgenommen hatte. Es stand unter dem Motto „Das Licht Christi scheint auf alle. Hoffnung auf Erneuerung und Einheit in Europa“. Veranstalter der EÖV3 waren der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) und die Konferenz Europäischer Kirchen (KEK).

Dass die ostkirchliche Tradition „wirklich als dritter Partner neben der katholischen und der evangelischen Tradition erkennbar wurde“, sei in Sibiu von besonderer Bedeutung gewesen, erklärte Bischof Feige. Künftiges ökumenisches Engagement setze „Begegnung der kirchlichen Traditionen und die Erfahrung der Reichtümer der Spiritualität“ voraus.

Drei Themen mit jeweils drei Schwerpunkten wurden bei der EÖV3 behandelt: „Das Licht Christi und die Kirche“ mit den Schwerpunkten Einheit, Spiritualität, Zeugnis; „Das Licht Christi und Europa“ mit den Schwerpunkten Europa, Religionen, Migration sowie „Das Licht Christi und die Welt“ mit den Schwerpunkten Schöpfung, Gerechtigkeit, Friede. Trotz der Qualität vieler Beiträge namhafter Repräsentanten der Kirchen und des großen Engagements und hoher Kompetenz der Delegierten könne keines der Themen „als abgearbeitet und gar als erledigt“ angesehen werden.

Die Schlussbotschaft der EÖV3 nenne die Schwierigkeiten auf dem ökumenischen Weg beim Namen, „vor allem beim Verständnis von Kirche und von der sichtbaren Einheit der Kirche“. Zugleich ermutige sie aber zur Fortsetzung des ökumenischen Weges und nenne praktische Wege und Formen. Deutlich unterstrichen werde auch die Notwendigkeit missionarischen Engagements. Bei den Themen „Europa“ und „Welt“ fänden sich eine Reihe von Handlungsappellen, unter anderem zu den Millenniumszielen der UNO oder einem von CCEE und KEK initiierten Konsultationsprozess zu Fragen von Klimawandel und ökologischer Gerechtigkeit.

Das Resultat der EÖV3 lasse sich jedoch nicht allein an der Schlussbotschaft messen, so Bischof Feige. Die Versammlung sei „ein wichtiges Begegnungsforum für Christen verschiedener Kirchen und Traditionen aus Ost und West“ gewesen. Die Delegierten waren Teil eines „Lern- und Erfahrungsprozesses, der weitergehen muss“. Daher ist die EÖV3 nicht Abschluss eines Weges, „sondern Etappe eines den Christen und den christlichen Kirchen in Europa weiterhin dringlich aufgegebenen Weges: Europa gemeinsam als Christen mitzugestalten“.

Am 10. November 2007 findet in Kassel eine gemeinsame Veranstaltung der Delegierten der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland statt, bei der es um ein Fazit der EÖV3 und um Impulse für die künftige ökumenische Arbeit gehen wird.

Die Ausführungen von Bischof Feige sind im Internet abrufbar.