Bischof Heinz Josef Algermissen von Fulda: Jeder ist gerufen, zum Entstehen priesterlicher Berufungen beizutragen

"Die Zeit ist da, um von Gott zu sprechen und mit dem eigenen Leben zu bezeugen, dass es sich lohnt, für ihn zu leben"

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FULDA, 10. Mai 2006 (ZENIT.org).- In seinem Bischofswort zum vergangenen Sonntag des Guten Hirten, dem 43. Weltgebetstag für geistliche Berufungen, appelliert Bischof Heinz Josef Algermissen von Fulda an die Christen, durch das persönliche Gebet und das eigene Lebenszeugnis tatkräftig an der Schaffung eines Klimas mitzuarbeiten, in dem die Stimme Gottes vernommen werden kann.



"Beten Sie darum, dass etwa einer Ihrer Söhne oder Enkel Priester wird? Ist es Ihnen ein Herzensanliegen, dass auch aus Ihrer Gemeinde Geistliche hervorgehen? An welche Gesichter und Namen denken Sie dabei konkret?"

Diese Fragen richtet der Bischof an seine Gläubigen, um sie daran zu erinnern, dass die Anwesenheit eines Priesters keine Selbstverständlichkeit ist. Um weiterhin mit genügend Priester rechnen zu dürfen, "braucht es Ihre Mithilfe, Ihr Engagement, Ihr Glaubenszeugnis", fährt Bischof Algermissen fort. "Wenn junge Menschen spüren, dass es Ihnen ein persönliches Anliegen ist, dass sich auch heute junge Leute bereit finden, mit ganzer Kraft für Gott zu leben und das eigene Leben dafür in die Waagschale zu werfen, im Dienst an seiner Kirche, dann, da bin ich sicher, wird es uns auch morgen nicht an Priesterberufen und anderen geistlichen Berufungen fehlen."

Die Berufungen, die Gott "von oben" schenken wolle, müssten "von unten" wachsen: "Wir können nicht bewirken, dass Gott dem Einzelnen zu Herzen spricht. Aber an uns liegt es, ob die Stimme Gottes gehört und richtig gedeutet wird. Die Frage ist, ob junge Menschen, die sich von Gott angesprochen fühlen, bei uns Verständnis, Unterstützung und Ermutigung finden. Ob in unseren Gemeinden Berufungen wachsen, sagt auch etwas über die geistliche Offenheit und Wachheit der Gemeinden aus."

Da man Berufungen zwar nicht "machen", aber sehr wohl erbitten könne, ruft der Bischof dazu auf, in jeder Heiligen Messe "zumindest eine Fürbitte in diesem Anliegen" zu formulieren: "Kein Gottesdienst ohne Gebet um geistliche Berufe." Außerdem lädt er diejenigen, "die einen geistlichen Beruf haben, insbesondere die Priester, ausdrücklich dazu ein, mit anderen über ihren persönlichen Berufungsweg zu sprechen. Viele warten auf Ihr Lebenszeugnis."

Dann sollten in jeder Gemeinde oder zumindest in jedem Dekanat oder Pastoralverband "zentrale Orte" geschaffen werden, "die insbesondere für Jugendliche und junge Erwachsene einladend sind: geistliche Zentren, Jugendliturgien, Gesprächskreise, Treffpunkte für Berufung, wo die Fragen nach dem Woher und Wohin sowie den Perspektiven für den je eigenen Lebensweg zur Sprache kommen und Gleichgesinnte sich darüber austauschen können."

In der heutigen Zeit sei der Mensch gerufen, "von Gott zu sprechen und mit dem eigenen Leben zu bezeugen, dass es sich lohnt, für ihn zu leben. Geben wir der Welt dieses Zeugnis. Sie wartet darauf."