Bischof John Buckley: Abtreibung ist eine ernsthafte Bedrohung der Menschenrechte

Oberhirte der Diözese Cork und Ross fordert Abgeordnete auf, gemäß ihrem Gewissen abzustimmen

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Von Junno Arocho

CORK, 20. Dezember 2012 (ZENIT.org). ‑‑ John Buckley, Bischof von Cork und Ross, hat sich zum Entschluss der irischen Regierung geäußert, das in Irland geltende Abtreibungsverbot zu revidieren. Bischof Buckley wiederholte, was der irische Klerus schon seit Tagen immer wieder betont: dass jedes Gesetz, das Abtreibung in irgendeiner Form legalisiert, gegen den Willen des irischen Volks verstoßen würde. Indem er an den Ausgang der Volksabstimmung von 1983 erinnerte, durch die das Recht auf Leben auch der Ungeborenen in der irischen Verfassung verankert wurde, erklärte der Bischof von Cork und Ross, dass sogar der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte eingeräumt habe, es gebe „keinen Grund zur Annahme, das irische Volk habe seitdem seine Einstellung geändert.“

Die Befürworter des Schwangerschaftsabbruchs verwischten mit Absicht den Unterschied zwischen medizinischem Eingriff und Abtreibung, heißt es in der Erklärung von Bischof Buckley. „Abtreibung ist die absichtliche Tötung eines ungeborenen Menschen. Obwohl sie in Irland verboten ist, ist unser Land weltweit führend in der Sicherheit schwangerer Frauen. Abtreibung ist eine ernsthafte Bedrohung der Menschenrechte.“

Bischof Buckley berief sich auf das Beispiel des heiligen Thomas Morus, der vor seiner Hinrichtung erklärte, er sterbe als ein treuer Diener des Königs, aber mehr noch Gottes, und wiederholte den Aufruf, den vier irische Erzbischöfe vor wenigen Tagen an die Volksvertreter im Parlament gerichtet hatten: „Jeder Vertreter des Volkes sollte in Übereinstimmung mit seinem Gewissen wählen. Die Vorgaben des Gewissens sind die einzigen, auf die es ankommt.“

Bischof Buckley zitierte auch eine Studie, derzufolge die Einführung des legalen Schwangerschaftsabbruchs „zur Minderung des Selbstmordrisikos“ im Endeffekt zu willkürlicher Durchführung von Abtreibungen führt. „Tatsächlich ist es unsinnig zu behaupten, der einzige Weg, um einer depressiven und suizidgefährdeten schwangeren Frau zu helfen, betstehe in der Tötung ihres Kindes. Keine Studie hat jemals erwiesen, dass Abtreibung vor Selbstmord schützt. Tatsächlich trifft eher das Gegenteil zu: Eine Schwangerschaft kann sich positiv auf die Psyche einer selbstmordgefährdeten Frau auswirken.“

Bischof Buckley beendete seine Erklärung mit einem Hinweis auf die ironisch anmutende Tatsache, dass das irische Parlament erst kürzlich ein Gesetz zum Schutz der Rechte von Kindern verabschiedet hat. „Jetzt sieht es so aus, als könne ein ungeborenes Kind sogar des elementarsten aller Rechte beraubt werden: des Rechts auf Leben.“

[Übersetzung des englischen Originals von Alexander Wagensommer]