Bischof Küng: Papstbesuch in Österreich, Gelegenheit zur Erneuerung des Glaubens

„Ab jetzt kein Sonntag ohne Fürbitte für die Jugendwallfahrt im Sommer und den Papstbesuch im Herbst“

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SANKT PÖLTEN, 12. Juni 2007 (ZENIT.org).- Der Sankt Pöltner Diözesanbischof DDr. Klaus Küng betrachtet den bevorstehenden Besuch des Papstes in Österreich als eine wunderbare Gelegenheit zur „Erneuerung des Glaubens in unseren Pfarren und in unseren Familien“.



In einem offenen Brief an die Priester, Diakone, Pastoralassistenten, Religionslehrer und Christen seiner Diözese regt er dazu an, „mit dem Heiligen Vater für die Neuevangelisierung Europas und der ganzen Welt zu beten“ und entsprechende Taten zu setzen.

Nähere Informationen zur Jugendwallfahrt in Vorbereitung auf das historische Ereigniss (12.-15. August) und zum Besuch Benedikts XVI. (7.-9.September) unter www.papstbesuch.at.

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Liebe Mitbrüder im Priester- und Diakonenamt,
liebe PastoralassistentInnen und ReligionslehrerInnen!
Liebe Mitchristen!

Am Pfingstfest ist mir der Gedanke gekommen, an alle einen kurzen Brief zu schreiben. Es wäre so wichtig, dass der Heilige Geist in unser aller Herzen einen neuen Aufbruch zu Christus hin hervorruft.

Schon seit längerem sind in unserer Diözese Vorbereitungen in Gang gesetzt worden, welche die Vereinigung aller vorhandenen Kräfte in Christus und die Erneuerung der Pastoral den heutigen Anforderungen entsprechend als Ziel haben. Dieses Ziel lässt sich durch organisatorische Maßnahmen allein nicht erreichen, auch nicht durch viele Sitzungen und Gespräche, die trotzdem notwendig sind. Wir müssen von Anfang an apostolisch sein, d. h. handeln und vor allem voll Vertrauen, mit einer großen Offenheit für das, was Gott von uns will, den Heiligen Geist herabflehen, damit er Christus in unseren Herzen und den Herzen aller hervorbringt.

Ich sehe zwei konkrete Anlässe vor uns, die uns in besonderer Weise Gelegenheit zum Handeln und zum Beten bieten: einerseits die Jugendwallfahrt nach Mariazell vom 12. bis 15. August, andererseits das Kommen des Heiligen Vaters im Herbst. Ich möchte Euch alle bitten: Nützen wir diese Anlässe.

Bezüglich Jugendwallfahrt sollte es das Bestreben jedes Pfarrers, Diakons, aller Pastoralassistenten und Pastoralassistentinnen, aller Religionslehrer und Religionslehrerinnen, jedes PGR, jeder Familie sein, Jugendliche im Alter von 13 bis 25 zur Teilnahme zu ermutigen. Sprecht alle an, die in Frage kommen, erklärt ihnen die Zielsetzung der Tage in Mariazell, überlegt, ob Ihr selbst oder jemand anderer sie begleiten könnte zu Fuß, per Rad oder im Auto. Wichtig ist es, die Jugendlichen auf Gott hin anzusprechen. Was nützen eine wunderbare Berufsausbildung oder andere Chancen im Leben, wenn man den Weg übersieht, der zur Freude, zum inneren Frieden, zu dem führt, was wahre Liebe ist. Jede Pfarre, jede Schule sollte das Bestreben haben, dass eine gute Gruppe bei der Jugendwallfahrt mitmacht.

Das zweite Thema, das ich anschneiden wollte, ist der Papstbesuch im Herbst. Bis jetzt standen in den internen Ankündigungen zu sehr die organisatorischen Fragen im Vordergrund: die begrenzte Platzzahl, wie man hinkommt, wer Karten ausgibt usw. Ich bitte Euch, den Papstbesuch als Anlass zu betrachten, der für uns eine Chance darstellt, aber auch eine dringende Einladung bedeutet, für die Erneuerung des Glaubens in unseren Pfarren, in unseren Familien, bei Jung und Alt zu bitten.

Beginnen wir sofort mit den Vorbereitungen: ab jetzt kein Sonntag ohne Fürbitte für die Jugendwallfahrt im Sommer und den Papstbesuch im Herbst. Verbreiten wir die Schriften des Heiligen Vaters und überlegen wir, wie wir persönlich und gemeinsam in irgendeiner Form dabei sein können.

Ich ermutige dazu, nicht zu viel Angst zu haben, es gäbe keinen Platz. Im Prinzip sind alle eingeladen. Am 7. September nachmittags in Wien im Platz Am Hof werden unter anderem Schülerinnen und Schüler den Heiligen Vater begrüßen. Es sind aber alle, die dabei sein möchten, willkommen.

Mariazell soll der Höhepunkt sein. Im Hinblick auf die im Frühjahr durchgeführte PGR-Wahl und den Beginn einer neuen PGR Periode wurde zunächst die Devise ausgegeben, dass aus jedem PGR (in ganz Österreich) wenigstens zwei als Repräsentanten anwesend sein sollten. Wenn alle Vorgesehenen mitfahren, sind das etwa 5000 Personen, d.h. dass mindestens weitere 55000 kommen können.

Wir sollen uns meines Erachtens auch nicht zu viel Sorgen machen, ob wir direkt am Platz vor der Basilika oder mittels Beamwand dabei sind. Es geht darum, gemeinsam mit dem Heiligen Vater für die Neuevangelisierung Europas und der ganzen Welt zu beten.

Ich würde mich freuen, wenn sich viele aus unserer Diözese auf den Weg begeben und wir unter den Teilnehmenden in Mariazell einen Löwenanteil gewinnen. Die Heilige Messe am 9. September ist um 10.00 Uhr im Stephansdom, und am Nachmittag findet noch nach dem Besuch des Heiligen Vaters in Heiligenkreuz eine Begegnung im Wiener Konzerthaus statt, zu der vor allem Gläubige eingeladen sind, die in Pfarren, in der Caritas und anderen kirchlichen und nichtkirchlichen Institutionen ehrenamtlich tätig sind.

Ich bitte Euch alle, persönlich und gemeinsam dazu beizutragen, dass der Papstbesuch für unser Land zu einem wichtigen Schritt wird in eine neue Etappe christlichen Bemühens.

[Von der Diözese Sankt Pölten veröffentlichtes Original]