Bischof Müller: Das Heilige Land, „Einheitssymbol für die Ökumene“

Eine Delegation der Deutschen Bischofskonferenz besuchte Jerusalem

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BONN, 18. September 2009 (ZENIT.org/DBK.de).- Eine Delegation der Ökumene-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz hat heute ihren viertägigen Besuch in Jerusalem beendet. Nach der Reise des Ständigen Rates der Deutschen Bischofskonferenz im Frühjahr 2007 setzten die Bischöfe unter Leitung des Kommissionsvorsitzenden, Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller (Regensburg), jetzt die Gespräche mit dem Schwerpunkt Ökumene fort.



Auf dem Programm stand die Begegnung mit den führenden Patriarchen der Ostkirchen, unter anderem dem Oberhaupt der Griechisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Theophilos III. Die Bedeutung des Dialogs mit der orthodoxen Kirche unterstrich in Jerusalem Bischof Dr. Gerhard Feige aus Magdeburg: „Papst Benedikt XVI. selbst hat den Dialog mit den orthodoxen Christen wieder neu angeregt. Diesen gilt es kreativ weiterzuführen.“

Bischof Müller erinnerte daran, dass der Besuch in Jerusalem mehr als eine historische Reminiszenz sei: „Jerusalem ist die Stadt, in der viele Kirchen auf engsten Raum zusammen leben. Das Heilige Land kann somit ein Einheitssymbol für die Ökumene sein. Hier lieben und bezeugen die Christen zusammen den einen Gott, der in seinem Sohn Mensch geworden ist.“ Im Gespräch mit den mit Rom unierten Ostkirchen erörterte die Delegation vor allem die Situation der christlichen Minderheiten in Israel und den Palästinensischen Autonomiegebieten. Der Apostolische Nuntius, Erzbischof Antonio Franco, würdigte den Besuch von Papst Benedikt XVI. als großen Erfolg. Dennoch sei die Euphorie längst verflogen und der Alltag in einer politisch schwierigen Situation habe Einzug gehalten. Abt Benedikt Lindemann OSB, Abt der Dormitio-Abtei auf dem Zion, schilderte die teilweise dramatische Lage christlicher Familien, die durch den Sperrzaun von anderen Familienmitgliedern getrennt seien. „Wir beten auf dem Zion um Frieden und wir geben die Hoffnung nicht auf, dass Menschen sich hier zum Frieden bekennen“, sagte er.

Bischof Heinrich Mussinghoff (Aachen) unterstrich das ökumenische Gebet „am Ursprungsort des christlichen Glaubens. Unser Besuch ist ein Zeichen, sich für die Einheit der Christen weltweit stark zu machen. In Jerusalem sind solche Begegnungen auch immer ein Ausdruck der Solidarität mit der schwierigen Situation der Christen im Heiligen Land.“ Der griechisch-katholische Erzbischof Josef Zery dankte den deutschen Bischöfen für ihren Solidaritätsbesuch. Im Gebet sei man über Grenzen vereint. Der maronitische Erzbischof Paul Sayagh ergänzte: „Wir Christen im Heiligen Land wissen um die Unterstützung der Katholiken aus Deutschland“. Er bedankte sich für die Gebete sowie die große moralische und materielle Unterstützung.

Mit Blick auf die orthodoxen Kirchen nahm Bischof Müller Bezug auf die Vielfalt der Christen in Deutschland: „Der konfessionelle Horizont wächst. Es leben beispielsweise mehr als eine Million orthodoxe Christen bei uns. Deshalb müssen wir den Dialog mit der Orthodoxie auch in Deutschland voranbringen“, so Bischof Müller.

Während der Kommissionsreise wurden die Bischöfe vom stellvertretenden Leiter des Ostkirchlichen Instituts Regensburg, Prälat Dr. Nikolaus Wyrwoll, begleitet.