Bischof Mussinghof würdigt Papstrede in Yad Vashem

„Die katholische Kirche wird die Opfer des Holocaust niemals vergessen"

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BONN, 12. Mai 2009 (ZENIT.org/dbk.de).- Der Vorsitzende der Unterkommission der Deutschen Bischofskonferenz für die Beziehungen zum Judentum, Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff, würdigt in einer heute veröffentlichten Erklärung die gestrige Ansprache von Papst Benedikt XVI. in der Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. Der Diözesanbischof von Aachen verweist vor allem auf den unermüdlichen Einsatz des Heiligen Vaters, „die Erinnerung an den Holocaust als Verpflichtung für alle Generationen zur Geltung zu bringen".

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„Mit seinem Besuch in Yad Vashem hat Papst Benedikt XVI. sein unermüd­liches Bemühen sichtbar fortgesetzt, die Erinnerung an den Holocaust als Verpflichtung für alle Generationen zur Geltung zu bringen. Bereits bei seiner Ankunft in Tel Aviv hat der Papst jeder Form von Antisemitismus eine klare und eindeutige Absage erteilt. Antisemitismus hat in der katholischen Kirche ebenso wenig Platz wie die Leugnung des Holocaust.

Mit seinem Besuch in Yad Vashem hat Benedikt XVI. den kontinuierlichen und unaufgebbaren Dialog der katholischen Kirche mit dem Judentum fortgesetzt. Vor allem ging es dem Papst um die Erinnerung in Stille, weil es für ihn Orte gibt, an denen nur schwerlich ins Wort gefasst werden kann, was man empfindet. Für das Grauen des Holocaust gibt es keine Worte, wohl aber die Verneigung vor den Opfern. Deshalb hat Benedikt XVI. den Millionen ermordeten Juden die Ehre erwiesen und die Verpflichtung der Kirche besiegelt, immer an der Seite der Opfer zu stehen.

Papst Benedikt XVI. hat mit seiner Rede in Yad Vashem bewiesen, dass er nahtlos an die Worte anknüpft, die schon sein Vorgänger, Papst Johannes Paul II. an diesem Ort gefunden hat.

Das eindrucksvolle Zeugnis der Rede in Yad Vashem kommt vor allem in ihrer Theologie zum Ausdruck: Die Opfer verloren ihr Leben, aber sie werden nie ihre Namen verlieren. Zugleich zeigt die Aussage ,Mögen ihre Leiden nie geleugnet, heruntergespielt oder vergessen werden‘, dass es Papst Benedikt XVI. ein tiefes Anliegen ist, für Versöhnung und Verständigung, für Erinnerung und Verantwortung einzutreten. Die Shoah darf sich nie und an keinem Ort der Welt wiederholen. Dieses Bekenntnis von Papst Benedikt XVI. ist eine Ermutigung für alle, die sich der Erinnerung an den Holocaust und der Bekämpfung jeder Form des Antisemitismus verschrieben haben. Wir sind dem Heiligen Vater dankbar für die klaren Worte, die er in Yad Vashem gefunden hat. Der Schrei der Opfer sei jener Schrei, der sich gegen jeden Akt der Ungerechtigkeit und Gewalt erhebe, so der Papst. Was er bei seinem Besuch im Vernichtungslager Auschwitz bekundet hat, hat er nun in Yad Vashem fortgeführt. Die katholische Kirche wird die Opfer des Holocaust niemals vergessen."