Bischof Pierre Duprey, „Missionar der Ökumene“, im Alter von 84 Jahren gestorben

Langjähriger Sekretär des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen

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ROM, 16. Mai 2007 (ZENIT.org).- Der frühere Sekretär des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Bischof Pierre Duprey, ist nach Angaben der Kongregation der „Afrikamissionare – Weiße Väter“, denen er angehörte, am 13. Mai im Alter von 84 Jahren gestorben.



Pierre Duprey wurde am 26. November 1922 in Croix (Frankreich) geboren. Im Jahr 1942 trat er in das Noviziat der Weißen Väter in Algier ein. Im Februar 1950 empfing er das Sakrament der Priesterweihe.

Nach dem Doktoratsstudium am Päpstlichen Institut Orientale in Rom studierte er in Athen orthodoxe Theologie und in Beirut die arabische Sprache. Von 1946 bis 1963 arbeitete der Ordenspriester als Professor für Dogmatik und Kirchengeschichte in Jerusalem.

1961 war P. Duprey bei der ersten panorthodoxen Konferenz auf Rhodos einer der katholischen Beobachter; die Konferenz vereinte 61 Vertreter aus 12 unabhängigen orthodoxen Kirchen.

1962 erhielt er die Einladung, als Theologe und Dolmetscher der orthodoxen Delegation bei der ersten Session des Zweiten Vatikanischen Konzils zur Seite zu stehen.

Im Jahr darauf wurde er zum Untersekretär des damaligen „Sekretariats zur Förderung der Einheit der Christen“ ernannt, das Papst Johannes XXIII. am 5. Juni 1960 als eine der vorbereitenden Konzilskommissionen geschaffen hatte und vom deutschen Kardinal Augustin Bea geleitet wurde. Die Einrichtung des Sekretariats bedeute die Gründung eines Amtes, in dem der Heilige Stuhl zum ersten Mal ausschließlich ökumenische Fragen behandelte.

Zunächst bestand die Hauptaufgabe dieses Einheitssekretariates darin, auf die anderen Kirchen und Christlichen Weltgemeinschaften zuzugehen, damit sie Beobachter zum Zweiten Vatikanischen Konzil entsendeten. Aber bereits vor Beginn der ersten Sitzungsperiode des Konzils (1962) entschied Papst Johannes XXIII., dass das Sekretariat denselben Rang haben sollte wie die Konzilskommissionen. So hatte dieses die Federführung bei der Vorbereitung und Ausarbeitung der Konzilsdokumente Unitatis redintegratio über den Ökumenismus, Nostra aetate über das Verhältnis zu den nicht-christlichen Religionen und Dignitatis humanae über die Religionsfreiheit. Und gemeinsam mit der Glaubenskommission arbeitete es an der Erstellung der dogmatischen Konstitution Dei verbum über die göttliche Offenbarung mit.

Mit der Apostolischen Konstitution Pastor bonus (pdf-Format) vom 28. Juni 1988 wandelte Papst Johannes Paul II. den Namen des Einheitssekretariates in Päpstlicher Rat zur Förderung der Einheit der Christen um. Diese Änderung trat mit Wirkung vom 1. März 1989 in Kraft.

Pierre Duprey, der 1983 zum Sekretär des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen ernannt wurde und 1990 die Bischofsweihe empfing, spielte eine zentrale Rolle bei der Vorbereitung des historischen Treffens zwischen Papst Paul VI. und dem Patriarchen von Konstantinopel Athenagoras sowie bei der Aufhebung der gegenseitigen Exkommunikation zwischen Rom und der orthodoxen Kirche.

Der Kurienbischof hatte auch einen entscheidenden Einfluss auf die Vorbereitungsarbeiten zur Aufnahme des theologischen Dialogs zwischen der katholischen Kirche und den orthodoxen Kirche, den Papst Johannes Paul II. während seines Besuchs beim Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Demetrios I., im Jahr 1979 angekündigt hatte.

Bis zu seinem Rücktritt aus Altergründen im Jahr 1999 arbeitete der Bischof im genannten Dikasterium. Zu seinem Nachfolger als Sekretär des Rates wurde Bischof Walter Kasper ernannt, der den Rat heute als Kardinal leitet.