Bischof Sgreccia kritisiert Unverbindlichkeit der Anti-Klon-Resolution der UNO

Bedenklich, dass sie nicht die Kraft und den Mut besitzt, fundamentale menschliche Prinzipien durchzusetzen

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ROM, 10. März 2005 (ZENIT.org).- Der Heilige Stuhl hat die kürzlich verabschiedete Resolution der UN-Vollversammlung gegen das Klonen von Menschen zwar begrüßt, kritisierte aber zugleich die Tatsache, dass sie den Mitgliedsstaaten keinerlei Verpflichtungen auferlege.



Nach jahrelangem Ringen hat die UN-Vollversammlung am Dienstag die Anti-Klon-Resolution mit 84 Ja-Stimmen, 34 Nein-Stimmen und 37 Enthaltungen angenommen. Dabei handelt es sich um den Aufruf zu einem umfassenden Klonverbot, der aber völlig unverbindlich ist.

Im Jahr 2002 waren verschiedene europäische Länder dafür eingetreten, das Klonen weltweit durch einen gesetzlich bindenden Vertrag zu verbieten. Dieser Vorschlag wurde nicht angenommen, da mehrere Länder darauf beharrten, das so genannte 'therapeutische Klonen' – Klonen von menschlichen Embryonen zu Forschungszwecken – doch zuzulassen.

Bischof Elio Sgreccia, Präsident der päpstlichen Akademie für das Leben, äußerte sich diesen Mittwoch in "Radio Vatikan" zur verabschiedeten neuen UN-Resolution. Sie sei zwar etwas Positives, aber es bestehe dennoch die Gefahr, dass es beim Klonen eben nur bei einer bloßen Willensbekundung bleibe, “die von den rücksichtsloseren Ländern nicht beachtet werden wird“.

Msgr. Sgreccia betonte, es sei “sehr bedenklich“, dass die UN-Vollversammlung “nicht die Kraft und den Mut besitzt, gewisse menschliche Prinzipien durchzusetzen, die fundamental sind“. Hinter jenen Patenten, die “menschliche Wesen derart ausbeuten, als ob sie nur Medikamente wären", stünden wirtschaftliche Interessen, erklärte er. Aber er begrüßte zumindest den ethischen Charakter der Anti-Klon-Resolution und wertete ihn als “positives Ereignis”, der immerhin zeige, "dass die Mehrheit der in der UNO vertretenen Nationen das Klonen als eine Bedrohung für den Menschen betrachtet, als einen Angriff auf die Würde der menschlichen Person“.

Es sei einfach nicht notwendig, die Vernichtung oder das Klonen menschlichen Lebens in Kauf zu nehmen, da “die wissenschaftliche Forschung einen enormen Erfolg im Bereich der somatischen Stammzellen zu verzeichnen hat", präzisierte der Bischof abschließend die Position des Heiligen Stuhls.