Bischof Sgreccia protestiert gegen „Kind auf Bestellung“

Klinik in den USA wirbt mit Auswahl von Augenfarbe und Geschlecht

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ROM, 4. März 2009 (ZENIT.org).- „Eine US-amerikanische Klinik bietet ihren Kunden an, die Farbe von Augen, Haaren oder Haut ihrer per In-vitro-Fertilisation (IVF) gezeugten Kinder frei auszuwählen. Seit einiger Zeit können die Eltern bereits das Geschlecht ihres Kindes vorherbestimmen“, berichtete am Montag, dem 2. März, das Deutsche Ärzteblatt. Für Bischof Elio Sgreccia, dem emeritierten Präsidenten der Päpstlichen Akademie für das Leben, ist diese Form der Anwendung der Präimplantationsdiagnostik (PID) kein Vorbild für eine Wissenschaft, die sich dem Wohl der Menschheit verpflichtet weiß.

Gestern, Dienstag, sprach der Bischof mit Radio Vatikan über die Werbung auf der Webseite des „LA Fertility Institute“, das auch auf Deutsch damit wirbt, „die PID künftig auch zur Auswahl der Augenfarbe, der Haarfarbe und des Hautteints anzubieten“.

Was hier als das „größte und erfolgreichste vorgeburtliche Geschlechtsauswahlprogramm der Welt“ angeboten wird, forderte bereits seine Opfer. Schon wurde menschliches Leben im Blick auf die Augenfarbe oder die Auswahl des Geschlechts getötet. Die Möglichkeit, das ein Kind genetische Defekte haben könnte, führt dazu, jene Embryonen leben zu lassen, die dem Geschmack des Käufers entsprechen; der Rest wird eliminiert. Der Preis für diese Maßnahmen beträgt rund $ 18.000. Die Klinik behauptet, schon ein halbes Dutzend Anfragen für diesen medizinischen Service vorliegen zu haben.

Bischof Sgreccia kritisierte diese Form von Werbung. „In jedem Fall handelt es sich hier um eine ethisch unzulässige Maßnahme, und noch dazu wird die Würde der Nachkommenschaft verletzt, denn es geht hier um die Manipulation des Körpers. Man will über ihn bestimmen und nach dem eigenen Geschmack über ihn verfügen."

Dieser Typ „negativer Selektion", der sich ganz an den „Wünschen der Eltern" orientiere, sei ein „typisches Beispiel für die Wissenschaft, die sich nicht in den Dienst des Guten stellt, sondern die von den Wünschen derer ausgeht, die ihre Dienstleistungen kaufen“ - was auf Kosten der Kinder gehe.

Darüber hinaus würden mit einem solchen Angebot die niederen „Instinkte der Manipulation" angesprochen, so wie man es aus der Zeit des Nationalsozialismus kenne. Der Wille zu manipulieren sei stets Teil von totalitären Regimes gewesen.

Bischof Sgreccia bekräftigte die Ablehnung der Kirche gegenüber jeglicher Form von Genmanipulation und fügte hinzu, dass es heute zumeist nicht um bio-politische Ziele im Sinne der Eugenik gehe. Allerdings sei diese Art von Herrschaftsinstinkt auch etwas Menschliches. Wenn der Mensch „nicht von der Moral und den Gesetzen gebremst wird, wird er nicht mehr von einem Regime, sondern von Personen ausgenutzt, die Geld und Interesse daran haben, mit dem Leben der anderen zu spielen".