Bischof Sgreccia zum bevorstehenden Bioethik-Kongress der Päpstlichen Akademie für das Leben

Fachtagung beleuchtet Beziehung zwischen christlichem Gewissen und dem Recht auf Leben

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ROM, 20. Februar 2007 (ZENIT.org).- Am 23. und 24. Februar veranstaltet die Päpstliche Akademie für das Leben einen internationalen Kongress zum Thema: „Das christliche Gewissen zur Unterstützung des Rechts auf Leben“.



Die Frage des Gewissens erweise sich angesichts der vorherrschenden pluralistischen Kultur insbesondere im Bereich der dringlichen bioethischen Fragen als höchst aktuell, betont Bischof Elio Sgreccia, Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben. Häufig werde auf trügerische Weise an das Gewissen des Einzelnen appelliert, um relativistische und subjektive Positionen zu begünstigen.

Der bevorstehende zweitägige Kongress hat nach Angaben der Päpstlichen Akademie für das Leben das Ziel, Vorschläge zur korrekten Interpretation der Rolle des Gewissens in ethischen Fragen zu machen. Experten aus aller Welt werden der Frage nachgehen, ob es eine spezifisch christliche Weise gibt, sich auf das eigene Gewissen zu berufen. Gleiches gilt für die Beziehung zwischen Gewissen und Lebensrecht: Gibt es ein ethisches und juridisches Fundament für die Verweigerung aus Gewissensgründen von Handlungen, die das Lebensrecht verletzen? Darüber hinaus werden auf der Tagung die aktuellen gesetzlichen Regelungen auf nationaler und internationaler Ebene hinsichtlich der Anerkennung der Verweigerung aus Gewissensgründen untersucht.

Bei der Vorstellung des Kongresses erklärte Bischof Elio Sgreccia am Dienstagvormittag im Vatikan, dass die zu behandelnde bioethische Problemstellung in der öffentlichen Diskussion oft zu Kontroversen und Konflikten führe. Aus diesem Grund zielten die Arbeiten des Kongresses in erster Linie darauf ab, die Rolle des christlichen Gewissens hervorzuheben und zu betonen, dass es unter den heutigen Umständen notwendig sei, sein Gewissen entsprechend zu bilden. Es gehe um „die Grundlage, das Spezifikum und die Aufgaben eines Gewissens, das vom Glauben erleuchtet wird, angesichts der Notwendigkeit eines Dialogs mit der säkularen Welt und dem Pluralismus der Kulturen“.

Bischof Sgreccia brachte seine Überzeugung zum Ausdruck, dass das christliche Gewissen nicht nur einen berechtigten Platz innerhalb der pluralistischen Gesellschaft einnähme, sondern zudem für die gesamte Gesellschaft von großem Nutzen sei, wenn es sich äußern und seinen Beitrag anbieten könne.

Dies erfordere von jedem Gläubigen ein Bewusstsein dafür, worauf das Gewissen gründe und welche Beziehung es zur Wahrheit habe. Das Gewissen müsse „wahr, sicher und richtig“ sein, betonte der Kurienbischof. Damit diese Eigenschaften immer vorhanden seien, sei es oft unerlässlich, zu reflektieren und mit anderen in einen Dialog einzutreten, der auch mühsam sein könne.

Der internationale Kongress „Das christliche Gewissen zur Unterstützung des Rechts auf Leben“ will nach Worten von Bischof Sgreccia zunächst zur Gewissensbildung beitragen und in einem zweiten Schritt die Beziehung zwischen dem christlichen Gewissen und der Unterstützung des Lebens beleuchten, wobei es auch um das Problem der „Verweigerung aus Gewissensgründen“ gehe.

Die Verweigerung aus Gewissengründen ist für Bischof Sgreccia keine Flucht aus der eigenen Verantwortung, sondern „Zeugnis für die Wahrheit“. Der Kurienbischof ist davon überzeugt, dass in einer Gesellschaft, die wirklich demokratisch bleiben wolle, das Gewissen dazu fähig sein müsse, immer auch für diejenigen zu sprechen, die noch keine Stimme haben beziehungsweise sich nicht mehr mitteilen können.