Bischof Tartaglia: Britischer Gleichstellungsakt verstößt gegen Religions- und Gewissensfreiheit

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PAISLEY, 19. Februar 2007 (ZENIT.org).- Der Bischof von Paisley (Schottland), Philip Tartaglia, hat in seinem jüngsten Hirtenbrief davor gewarnt, dass sich die Gläubigen der katholischen Kirche in Großbritannien zum ersten Mal in der Geschichte gezwungen sehen könnten, gegen ihren Glauben und ihre Überzeugungen zu handeln.



In dem Schreiben, das am Wochenende bei jeder Eucharistiefeier vorgelesen wurde, kritisiert der Hirte den von der britischen Regierung beschlossenen Gleichstellungsakt. Dieses neu verabschiedete Gesetz untersagt jegliche Diskriminierung in der Bereitstellung von Gütern, Einrichtungen und Diensten aufgrund sexueller Orientierung. Nach Premierminister Tony Blair soll es nach einer Übergangsfrist Ende 2008 in Kraft treten. Durch die neuen Richtlinien werden etwa katholische Adoptionsagenturen in Zukunft dazu gezwungen sein, auch gleichgeschlechtlichen Paaren die Möglichkeit der Adoption von Kindern zu gewähren.

Bischof Tartaglia spricht diesbezüglich von einem schwerwiegenden Verstoß gegen die „Religionsfreiheit“ und gegen die „Gewissensfreiheit“ und ermutigt die Gläubigen, sich mit Hilfe der „legitimen demokratischen Mittel“ zur Wehr zu setzen.

Er begründet die bisherige Praxis der katholischen Adoptionsagenturen, gleichgeschlechtlichen Paaren die Adoption von Kindern zu verweigern, damit, dass niemand ein „Recht auf ein Kind“ habe. Katholische Adoptionsagenturen handelten, wie es dem Glauben und der Lehre der Kirche entspreche; ihnen zufolge sei der beste Ort für das Aufwachsen eines Kindes dort, wo es eine Mutter und einen Vater gebe, die miteinander verheiratet seien.

Die Richtung, die die britische Regierung nun eingeschlagen habe, bezeichnete Bischof Tartaglia als „äußerst beunruhigend“; die Folgen dieser Weichenstellung für andere Bereiche der pastoralen und sozialen Tätigkeit der katholischen Kirche ließen sich noch nicht abschätzen.

Der Gleichstellungsakt hatte in Großbritannien für viel Diskussion gesorgt; christliche Hirten und Verantwortungsträger anderer Religionen hatten sich dazu veranlasst gesehen, der Regierung einen gemeinsamen Brief zu schreiben, dem im Nachhinein betrachtet keine größere Beachtung zuteil wurde.

Kardinal Cormac Murphy-O'Connor, zehnter Erzbischof von Westminster und Primas von England und Wales, hatte bereits Mitte Januar unterstrichen, dass die rechtliche Verpflichtung, homosexuelle Paare als potentielle Adoptiveltern zu erachten, die katholischen Adoptionsagenturen zwingen würde, „gegen die Grundsätze der katholischen Lehre“ zu handeln.