Bischof von Hongkong fordert engagiertes Eintreten für Leben, Ehe und Familie

"Sehen wir denn nicht, dass viele menschliche Tragödien gerade durch die Verzerrung der Begriffe Ehe und Familie geschaffen werden?"

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HONG KONG, 15. Februar 2005 (ZENIT.org).- "Love life, the gift of God!" ("Liebt das Leben, das Geschenk Gottes!") ist die Überschrift des am 6. Februar erschienenen Fastenhirtenbriefes des Bischofs von Hongkong. Msgr. Joseph Zen Ze-kiun ruft darin zur Verteidigung des großen göttlichen Geschenks des Lebens, der Ehe und der Familie auf.



"Das Leben ist das erste Geschenk Gottes an den Menschen, der fundamentalste Schatz", schreibt Bischof Zen in seiner Botschaft, die er ganz dem Lebensschutz widmet, ein Thema, das gemäß der Ansprache des Papstes vor dem diplomatischen Korps am 10. Januar überhaupt die wichtigste Herausforderung für den heutigen Menschen darstellt. "Die Kirche verkündet das Evangelium des Lebens und erklärt, dass ihre Hauptverpflichtung darin besteht, das fundamentale Menschenrecht auf Leben zu schützen, das leider immer größeren Schwierigkeiten ausgesetzt ist."

Gerade in der Anfangsphase "ist das menschliche Leben besonders verwundbar und bedarf des besonderen Schutzes des Staates", schreibt der Bischof. Aber leider "schleicht sich eine Kultur des Todes in die Werte der heutigen Gesellschaft ein. Abtreibung wird immer mehr als ein Weg der 'Problemlösung' gesehen. Einfache, am chinesischen Festland gebräuchliche Methoden, sich einer Abtreibung zu unterziehen, haben die Grenzen überschritten. Die Menschen können es sich deshalb sogar sparen, ärztliche Hilfe in Krankenhäusern aufzusuchen.

Das Leben jedes Menschen ist in den Augen Gottes sehr wertvoll, aber so vielen ist das Recht auf Leben entzogen worden. Das ist eine Usurpation der heiligen Macht Gottes über das menschliche Leben – ein schreckliches Verbrechen!"

Dieses Problem ist nach Ansicht des Bischofs von Hongkong "sehr eng verknüpft mit den Problemen der Familie. Sie sehe sich heute "einer ständigen Bedrohung in Gesellschaft und Kultur ausgesetzt".

Bischof Zen erklärt weiter in seinem Hirtenbrief zur Fastenzeit 2005: "Der Plan Gottes besteht darin, dass ein neues, zerbrechliches Leben in der Geborgenheit der Familie geboren und aufgezogen wird. Aber immer mehr Versuche werden unternommen, um das Konzept der Familie als dauerhafte und ausschließliche Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau zu Fall zu bringen. Ist denn die Heiligkeit der Ehe und die Bedeutung der Familie nicht länger Bestandteil der Werteskala des Volkes von Hongkong? Sehen wir nicht, dass viele menschliche Tragödien gerade durch die Verzerrung der Begriffe Ehe und Familie geschaffen werden?"

Bischof Zen gibt zu, dass "unser Verständnis von 'Respektiere das Leben, dem Geschenk Gottes' der Wertehierarchie der Welt sehr entgegengesetzt ist. Unsere Vision richtet sich gegen die gegenwärtigen gesellschaftlichen Strömungen. Möge uns der Herr, der die Versuchungen des Teufels vereitelt hat, den Mut schenken, der Kultur des Todes den Krieg zu erklären und das Evangelium des Lebens zu verkünden. Es handelt sich um einen Kampf, in dem kein Kompromiss möglich ist", fügt Bischof Zen hinzu. Möge "unser Bemühen, das Leben zu achten, familiäre Werte zu verteidigen und für unseren Nachbarn zu sorgen (…) aus dieser Fastenzeit eine wertvolle Zeit machen."