Bischof Vorderholzer bei Gedenkveranstaltung für Fritz Gerlich

Ehrung des im KZ Dachau ermordeten deutschen Publizisten des NS-Widerstands

Rom, (ZENIT.org) Jan Bentz | 1016 klicks

Am 11. März wird in München eine Gedenkveranstaltung für einen wichtigen Vertreter des publizistischen NS-Widerstands in Deutschland, Fritz Gerlich (1883-1934), der am 30. Juni 1934 im KZ Dachau hingerichtet worden war, stattfinden. Anlass ist der 80. Jahrestag seiner Verhaftung. Die Veranstaltung, zu der auch der Münchner Publizist Heribert Prantl von der SDZ (Süddeutschen Zeitung), bei deren Vorgängerblatt SZ Gerlich zeitweise Chefredakteur war, und der Münchener Oberbürgermeister eingeladen wurden, wird auf dem historischen Areal stattfinden, wo Gerlichs Redaktion ihre Räume hatte.

Gerlich, der aus Stettin stammte, konvertierte vom Calvinismus zum Katholizismus. Anlass war die Begegnung mit der Mystikerin Therese Neumann (1898 - 1962), der „Resl von Konnersreuth", die jahrelang ausschließlich von der hl. Eucharistie lebte und Freitag für Freitag die Wundmale Christi empfing. Gerlich war als Journalist nach Konnersreuth gefahren, um diesen „Schwindel" aufzudecken. Mit dem Geschehen von Konnersreuth konfrontiert, bekehrte er sich und konvertierte zur katholischen Kirche.

Gerlich hatte schon vor 1933 versucht, durch kritische Berichterstattung in seiner Wochenzeitung Hitler zu stoppen. Ein Autor für die von ihm in München herausgegebene Zeitschrift „Der gerade Weg" war auch Otto von Habsburg.

Otto von Habsburg war im Zuge der Verhaftung Gerlichs nach eigenem Bekunden das Leben gerettet worden. Ein Unbekannter sei bei ihm in München aufgetaucht, habe sich als Gestapo-Mann vorgestellt und ihn gebeten, noch am selben Tag aus Deutschland zu verschwinden. Denn an diesem Abend sei die Anti-Nazi-Zeitung „Der gerade Weg“ von der SA gestürmt worden. Der Chefredakteur sei dabei verprügelt worden. Er selber stehe ebenfalls auf der Abschussliste. Er habe diesen Rat befolgt und sei deswegen am Leben geblieben. 

2012 hat der Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx erstmals den nach Gerlich benannten katholischen Filmpreis vergeben. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde von der Filmproduktionsfirma Tellux gestiftet. Preisträger war der Filmemacher Philip Scheffner für seine Dokumentation „Revision“. Der Film sucht nach den wahren Hintergründen eines angeblichen Jagdunfalls, bei dem vor 20 Jahren an der Grenze zwischen Deutschland und Polen zwei Rumänen erschossen wurden.