Bischof Wanke: Eine Kultur gegenseitiger Wertschätzung

3. Fachtagung zu Fragen der Geschlechtergerechtigkeit in Frankfurt

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FRANKFURT, 1. Dezember 2009 (ZENIT.org).- Die katholische Kirche hält das Ehrenamt in seinen alten und neuen Formen freiwilligen Engagements für eine Schlüsselfrage unserer Gesellschaft.

Zum Abschluss der 3. Fachtagung zu Fragen der Geschlechtergerechtigkeit „Führen im Ehrenamt – FrauenPerspektiven“, die gestern in Frankfurt stattfand, betonte Bischof Dr. Joachim Wanke aus Erfurt in seiner Ansprache, das Kirche und Gesellschaft auf das Engagement angewiesen seien, „das so viele Frauen und Männer ehrenamtlich leisten“. In Zukunft gelte es stärker zu beachten, welche Herausforderung die Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit, Familienarbeit, Freizeit und Engagement für jeden einzelnen „persönlich, aber auch für die Strukturen und Prozesse in der Kirche darstellt“.


Mit Blick auf den „Tag des Ehrenamtes“, der am kommenden Samstag in Deutschland begangen wird, würdigte Bischof Wanke „das freiwillige Engagement von Laien in der Kirche“ und forderte eine stärkere gegenseitige Wertschätzung. Er unterstütze, so Wanke, die Forderungen der Katholische Frauengemeinschaft (kfd): „Verantwortliche in der Kirche haben die Aufgabe, mit wachen Sinnen neue, den jeweiligen zeitlichen Gegebenheiten geschenkte Charismen wahrzunehmen und zu fördern.“

Ehrenamtliches Engagement mache Frauen stark und eröffne Kirche und Gesellschaft neue Perspektiven. „Aufgrund der Veränderungen, das können wir ganz realistisch so feststellen, wird mehr Verantwortung in die Hände von Frauen und Männern gelegt, die nicht die Priesterweihe haben, die aber aufgrund von Taufe und Firmung an der Heilssendung der Kirche teilnehmen. Wo Laien aber mehr Verantwortung übernehmen, wird ihnen Führung zugetraut“.

„Führen im Ehrenamt“, so Bischof Wanke, sei auch eine Frage der Geschlechtergerechtigkeit. „Zum Aufbau des Reiches Gottes brauchen wir Frauen mit Führungswillen und Leitungskompetenz, auch im Ehrenamt“, betonte er. „Dabei möchten wir auch junge Frauen ermutigen und bitten, sich mit ihren vielfältigen Kompetenzen in Projekten der katholischen Kirche zu engagieren. Die Zeiten des Umbruchs eröffnen Chancen. Nutzen wir sie!“

Dabei würdigte der Erfurter Oberhirte die Bedeutung des 2. Vatikanischen Konzils für das Ehrenamt und für die Kirche insgesamt. Dazu gehörten „eine Kultur der Anerkennung“ und „eine Kultur der wechselseitigen Wertschätzung von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen; von Frauen in Führungspositionen und Bischöfen; von Frauen und Männern“.

Als Vorsitzender der Pastoralkommission der DBK sähe er diese Zusammenarbeit positiv. „Das Engagement der Katholikinnen geschieht vielerorts in der Kirche, aber es zielt über ihre Grenzen hinaus im Einsatz für eine wirklich humane Gesellschaft. Es trägt bei zu einer missionarischen Pastoral. Gerade die Frauen und Männer, die ehrenamtliche Führungsaufgaben in der Kirche übernehmen, haben eine große Verantwortung und Ausstrahlungskraft. Sie geben dem Evangelium Ihr Gesicht und geben ihm in der Gesellschaft eine Stimme“.