Bischof Zakaria: Wir hoffen, Mursi löst seine Versprechen ein

Koptisch-katholischer Bischof blickt optimistisch in die Zukunft Ägyptens

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MÜNCHEN, 26. Juni 2012 (ZENIT.org/KIN). - Der Sieg von Mohammed Mursi bei der Präsidentschaftswahl in Ägypten könnte sich nach Ansicht des koptisch-katholischen Bischofs von Luxor, Johannes Zakaria, positiv für die Christen in Ägypten auswirken. Der Bischof sagte in einem Gespräch mit dem internationalen katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“, er sei „optimistisch“, was die Zukunft anbelange. „Wir hoffen, dass Mursi als Präsident seine Versprechen einlöst, die er am Sonntag gemacht hat.“ Er und die koptischen Gläubigen fühlten sich ermutigt von der Rede Mursis, die er nach Bekanntgabe seines Wahlsieges gehalten habe. Mursi hatte dabei erklärt, er wolle Christen und Muslime erreichen.

In dem Gespräch mit dem englischen Büro von „Kirche in Not“ sagte Bischof Zakaria am Montag weiter, der Erfolg des Kandidaten der Muslimbruderschaft gebe Anlass zur Hoffnung, auch wenn viele Christen fürchteten, dass sich hinter der scheinbaren Offenheit der Partei ein islamistisches und intolerantes politisches Programm verberge. „Wir hoffen, dass der neue Präsident eine Regierung bilden wird, in der alle Parteien einbezogen sind, nicht nur die Muslimbruderschaft. Dafür beten wir.“

Wie der Bischof hervorhob, hätten viele Menschen in Luxor bei der Stichwahl Mitte Juni für Ahmed Schafik gestimmt, den Kandidaten der Opposition. Diese seien jetzt jedoch durch Mursis Rede beruhigt worden, in der eine positive Einstellung gegenüber dem für die lokale Wirtschaft überlebenswichtigen Tourismus zum Ausdruck gekommen sei.

Positiv stimmten den Bischof auch Berichte, denen zufolge Mursi einen Kopten zum Vize-Präsidenten ernennen wolle. Außerdem habe sich der neue Präsident am Sonntag für die Rechte der Frauen ausgesprochen. „Mit der Rede Mursis ist die Lage ruhiger geworden. Alle warten nun, was er für die Zukunft tun kann.“