Bischof zu sein ist eine der schwierigsten Missionen

Treffen der neuen Bischöfe in Rom

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VATIKAN, 6. Juli 2001 (ZENIT.org).- In einer "schwierigen und komplexen Welt" ist es zu einer der schwierigsten Missionen geworden, Hirte einer Diözese zu sein", sagte der Papst zu den ersten 153 neuen Bischöfen des Millenniums, die für eine Woche in Rom weilen.



Sogar die Nichtkatholiken verlangen heute, dass ein Bischof volksnah, regierungsfähig und dialogbereit sei, und das sie echte Hirten seien, die sich um ihre Herde kümmern, Experten in Theologie und Kommunikationsgenies, aber vor allem sollen sie heilig sein ...

Das ist zweifelsohne der Grund, der die seit einigen Monaten vom italienischen Kardinal Re geleitete Bischofskongregation veranlasst hat, vom 29. Juni bis zum 6. Juli die seit Beginn des neuen Jahrtausends neu ernannten Bischöfe nach Rom zu laden, um sich gegenseitig auszutauschen und gemeinsam zu den Gräbern der Apostel Petrus und Paulus zu pilgern.

Dieses Treffen findet im Päpstlichen Athenaeum "Regina Apostolorum" statt, das von den Legionären Christi geleitet wird. Am Donnerstag morgen sagte der Papst zu den Bischöfen, dass ihre Begegnung "eine Pause brüderlicher Gemeinschaft und ruhiger Vertiefung einiger Themen und praktischer Probleme sei, die besonders das Leben eines Bischofs betreffen".

Vormittags hatten ältere Amtsbrüder ihre neuen Kollegen durch ihre langjährige Erfahrung belehrt. Einige der Veteranen sind in der römischen Kurie tätig. So hat zum Beispiel Joseph Kardinal Ratzinger, der Präfekt der Glaubenskongregation, hatte über das Thema "Der Bischof, Meister und Wächter des Glaubens" gesprochen, Dario Kardinal Castrillón Hoyos, der Präfekt der Kleruskongregation, vertiefte das Thema "Der Bischof, Vater und Hirte", Jorge Arturo Kardinal Medina Estévez, der Präfekt der Kultuskongregation sprach über das Thema "Der Bischof, der sein Volk heiligt".

Die anderen intervenierenden Bischöfe kamen aus den verschiedensten Diözesen der Welt, so sprach Antonio María Kardinal Ruoco Varela, der Erzbischof von Madrid über das Thema "Die Leitung der Diözese". Jean-Maire Kardinal Lustiger, Erzbischof von Paris sprach über das wichtige Thema "Der Bischof und die Massenmedien". Erzbischof Justin Francis Rigali von St. Louis (Missouri) nahm sich des Themas "Berufungsförderung und Seminarsseelsorge" an.

Nachmittags ging man dann ins praktische Detail der Themen und des Alltags einer Diözesenleitung.

Erzbischof Tarcisio Bertone, der Sekretär der Glaubenskongregation, analysierte das Verhältnis zwischen dem Bischof und den Publikationen einer Diözese. Pater Gonzalo Miranda, l.c., der Dekan der Fakultät für Bioethik des Athenaeums "Regina Apostolorum" ging auf das Thema "Probleme der Bioethik" ein, während der Kardinalerzbischof von Philadelphia über die gravierendsten Schwierigkeiten des Priestertums in der heutigen Zeit sprach. Claudio Kardinal Hummes, der Erzbischof von Sao Paulo gab Aufschluss darüber, wie man die zahlreichen Aufgaben eines Bischofs organisieren kann. Edmund Kardinal Szoka, Präsident der Kommission für den Vatikanstaat, sprach über das Thema "Der Bischof und die Finanzorganisierung". Schließlich sprach noch Francesco Kardinal Pompedda, der Präfekt des Tribunals der Apostolischen Signatur über die Funktionsweise der "kirchlichen Gerichte".

Am interessantesten war es laut Aussagen einiger Teilnehmer, sich mit den neu ernannten Mitbrüdern austauschen zu können, welche dieselben Probleme und Herausforderungen angehen müssen, egal von welchem Erdteil sie kämen. Eine solche Gelegenheit hat es bisher noch nie gegeben.