Bischöfe aus den Niederlanden in Rom

Mehr Präsenz in der öffentlichen Debatte

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 298 klicks

Bei dem Treffen am vergangenen Montag zwischen Papst Franziskus und sieben Diözesanleiter der Niederlande samt ihren Weihbischöfen unter Leitung von Kardinal Willem Jacobus Eijk aus Utrecht – die derzeit zum Ad-Limina-Besuch in Rom sind – hat der Pontifex die katholische Kirche in den säkularisierten Niederlanden dazu aufgerufen, mehr Präsenz in der öffentlichen Debatte zu zeigen. Er sagte zu den Vertretern der niederländischen Bischofskonferenz, dass dies auf eine positive Art und Weise geschehen solle.

„Die Kirche bietet nicht nur unwandelbare moralische Wahrheiten und Haltungen, die gegen den Strom der Welt laufen, sondern sie bietet sie als Schlüssel des menschlich Guten und der gesellschaftlichen Entwicklung. Die Christen haben eine eigene Sendung, um diese Herausforderung anzunehmen. Daher wird die Erziehung des Gewissens vorrangig, besonders durch die Herausbildung eines kritischen Urteils, wobei aber ein positiver Zugang zu den sozialen Wirklichkeiten zu wahren ist: So werden oberflächliche Urteile und Resignation vermieden. In diesem Zusammenhang haben das Zeugnis und das Engagement der Laien in der Kirche und in der Gesellschaft eine wichtige Rolle und müssen stark unterstützt werden!“

Immer wenn es in der Öffentlichkeit um Menschen gehe, solle die Kirche anwesend sein. Die Barmherzigkeit Gottes sei in der Vergangenheit wohl nicht immer in der richtigen Tonart vermittelt worden.

„Fragen wir uns: Wer uns trifft, wer einen Christen trifft – nimmt er etwas wahr von der Güte Gottes, von der Freude, Christus begegnet zu sein? Die Kirche breitet sich nicht durch Proselytismus aus, sondern durch Anziehungskraft. Sie ist überallhin geschickt, um die Hoffnung zu wecken und zu wahren! Von daher besteht die Notwendigkeit, eure Gläubigen an jene Orte zu schicken, an denen die Zukunft entschieden wird; so können sie ihren Beitrag in die Debatten über die großen sozialen Fragen einbringen, etwa zu Familie, Ehe, Ende des Lebens.“ 

Papst Franziskus drückte sein tiefes Mitgefühl für die Opfer von Missbrauch durch Kleriker aus und bestärkte die niederländischen Bischöfe darin, den Weg der Aufarbeitung fortzuführen. Er bat sie, dies den Opfern zu überbringen; er bete für sie und ihre Angehörigen. Überdies trug der den Bischöfen auf, sich besonders um ihre Priester zu kümmern, auch um diejenigen, die sich von ihrer Berufung entfernt hätten.