Bischöfe der EU-Mitgliedsstaaten intensivieren den interreligiösen Dialog

Gemeinsame Erklärung zur Meinungs- und Religionsfreiheit mit Islam und Judentum

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BRÜSSEL, 28. März 2006 (ZENIT.org).- Während ihrer Frühjahrsvollversammlung vom 22. bis zum 24. März in Brüssel haben die Bischöfe der EU-Mitgliedsstaaten (Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft, COMECE) Initiativen zur Förderung des interreligiösen Dialogs beschlossen, die der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft vorgelegt wurden.



Gemeinsam mit den Vertretern anderer christlichen Konfessionen, des Judentums und des Islam wollen die europäischen Bischöfe eine Erklärung zur Meinungsfreiheit und zum Respekt der religiösen Überzeugungen verfassen. Außerdem soll eine Arbeitsgruppe bis zum Frühjahr 2007 einen Bericht zu den Beziehungen der EU-Staaten mit muslimischen Nationen fertig stellen. Dr. Hans Winkler, Staatssekretär für Auswärtige Angelegenheiten der österreichischen Regierung, begrüßte die konstruktiven Vorschläge zur Förderung des interkulturellen Dialogs und sagte zu, diese Vorschläge im Ministerrat der EU bekannt zu machen.

Im Vorfeld des zweitägigen EU-Lateinamerika-Gipfel, der am 6. April in Wien beginnt, wird die COMECE ein Treffen zwischen einer Delegation des Rates der lateinamerikanischen Bischofskonferenzen (CELAM) mit dem österreichischen Außenministerium ermöglichen. Dabei werden die Bischöfe aus den lateinamerikanischen Ländern und der Karibik Gelegenheit bekommen, ihre Anliegen hinsichtlich der Tagesordnung des Gipfels zum Ausdruck zu bringen.

Während ihrer Vollversammlung fassten die Bischöfe der EU-Mitgliedesländer den Beschluss, vom 23.-24. März 2007 einen Kongress in Rom über die EU und ihre Werte abzuhalten. Anlass ist das 50-Jahr-Jubiläum der Unterzeichnung der Römischen Verträge am 25. März 1957. Zum Gedenken an diesen Jahrestag wird am 25. März 2007 ein Gottesdienst im Petersdom gefeiert werden.

Zum neuen COMECE-Präsidenten wurde Bischof Adrianus van Lyun (Niederlande) gewählt. Er wird von den beiden neuen COMECE-Vizepräsidenten, Erzbischof Diarmuid Martin (Irland) sowie Weihbischof Piotr Jarecki (Polen) unterstützt werden. Ihr Mandat gilt für 3 Jahre.

Bischof Adrianus van Luyn SDB wurde am 10. August 1935 in Groningen geboren und empfing am 9. Februar 1964 die Priesterweihe. Papst Johannes Paul II. ernannte ihn am 27. November 1993 zum Bischof von Rotterdam, geweiht wurde er am 12. Februar 1994. Bischof von Luyn ist Mitglied des Päpstlichen Rates für die Kultur und Berater bei der Päpstlichen Kommission für das kulturelle Erbe der Kirche. Seit März 1995 ist er Mitglied der COMECE. Seit März 2000 übte er das Amt des Vizepräsidenten aus.

Erzbischof Diarmuid Martin wurde am 8. April 1945 in Dublin geboren. Die Priesterweihe empfing er am 25. Mai 1969. Der vor knapp einem Jahr verstorbene Vorgänger Benedikts XVI. ernannte den irischen Priester im Jahr 1986 zum Vizepräsidenten und 1994 zum Generalsekretär des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden. Am 5. Dezember 1998 wurde der Geistliche zum Titularbischof von Glendalough ernannt und empfing am 6.Januar 1999 im Petersdom die Bischofsweihe aus der Hand von Papst Johannes Paul II. Im März 2001 erfolgte seine Ernennung zum Erzbischof sowie zum Ständigen Vertreter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen und anderen Institutionen, etwa der Welthandelsorganisation (WHO) in Genf. Am 3. Mai 2003 wurde er zum Erzbischof von Dublin ernannt. Erzbischof Martin ist seit 2004 Mitglied der COMECE.

Weihbischof Piotr Jarecki wurde am 29. Juni 1955 in Sierpc, Polen, geboren und am 1. Juni 1980 zum Priester geweiht. Die Bischofsweihe empfing er am 16. April 1994, nachdem er vom damaligen Papst zum Weihbischof für Warschau ernannt worden war. Von 1996 bis 2003 wirkte Bischof Jarecki als Assistent der Katholischen Aktion in Polen. Seit Dezember 2004 ist er innerhalb der polnischen Bischofskonferenz für die Belange zuständig, die mit der EU in Zusammenhang stehen, sowie Mitglied der COMECE.

Folgende Bischöfe nahmen im Auftrag ihrer Bischofskonferenzen an der Vollversammlung in Brüssel teil: Bischof Josef Homeyer (Deutschland); Bischof Adrianus van Luyn (Niederlande); Erzbischof Hippolyte Simon (Frankreich); Bischof John Crowley (England und Wales); Weihbischof Jozef De Kesel (Belgien); Erzbischof Nikolaos Foskolos (Griechenland); Erzbischof Fernand Franck (Luxemburg); Bischof Adolfo Gonzalez Montes (Spanien); Weihbischof Piotr Jarecki (Polen); Bischof Anton Justs (Lettland); Bischof Egon Kapellari (Österreich); Weihbischof William Kenny (Skandinavien); Bischof Vaclav Maly (Tschechische Republik); Erzbischof Diarmuid Martin (Irland); Bischof Giuseppe Merisi (Italien); Bischof Peter Moran (Schottland); Bischof Rimantas Norvila (Litauen); Bischof Frantisek Rábek (Slowakei); Weihbischof Anton Stres (Slowenien); Bischof Amândio José Tomás (Portugal); Weihbischof András Veres (Ungarn).

Die folgenden Bischöfe nahmen als Beobachter teil: Kardinal Josip Bosanic (Kroatien); Bischof Christo Proykov (Bulgarien); Bischof Virgil Bercea (Rumänien).

Für den Rat der Bischofskonferenzen Europas (CCEE) nahm Bischof Amédée Grab (Präsident) und Msgr. Aldo Giordano (Generalsekretär) an der Vollversammlung teil.

Der Heilige Stuhl wurde durch Erzbischof André Dupuy, den Apostolischen Nuntius bei der Europäischen Union, vertreten.