Bischöfe erläutern die Haltung der Kirche zu Präservativen

Spanische und argentinische Bischöfe reagieren auf Falschmeldungen

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MADRID/BUENOS AIRES, 21. Januar 2005 (ZENIT.org).- Auf die zahlreichen Fehlinterpretationen der vergangenen Dienstag gemachten Äußerungen von Juan Antonio Martínez Camino, dem Generalsekretär der spanischen Bischofskonferenz, in den Massenmedien haben sowohl die spanische als auch die argentinische Bischofskonferenz reagiert. In verschiedenen Stellungnahmen erklären sie noch einmal die ablehnende Haltung der Kirche zur Benutzung von Präservativen.



Die spanische Bischofskonferenz betont in ihrer Aussendung, dass die Aidskrankheit "der Kirche, den Katholiken und den kirchlichen Einrichtungen", die in Spanien und auf der ganzen Welt "auf hervorragende Weise" im betroffenen Bereich tätig seien, "Anlass zu großer Sorge" gebe.

"Die Enthaltsamkeit (…) und die gegenseitige Treue zwischen den Ehepartnern sind die einzig sicheren Verhaltensweisen, die sich angesichts der Gefahr von Aids verallgemeinern lassen. Die Empfehlungen von Gesundheitsexperten stimmen in diesem Punkt mit der Morallehre der Kirche überein."

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) selbst ist nämlich von der Wirksamkeit einer von zahlreichen Forschern ausgearbeiteten "ABC-Strategie" überzeugt, die eine Aidsinfizierung im Wesentlichen durch drei Maßnahmen verhindern will, durch "Abstinence" ("Abstinenz"), durch "Be faithful" ("Treue") und – hierin weicht diese Strategie von der kirchlichen Position ab – durch "Condoms" (die Benützung von Präservativen).

Die spanische Bischofskonferenz weist darauf hin, dass es "nicht möglich ist, die Benützung von Präservativen zu empfehlen", weil das moralisch nicht zu rechtfertigen sei. "Das Einzige, was man wirklich empfehlen kann, ist die verantwortungsvoll, im Einklang mit den sittlichen Normen gelebte Sexualität". Im Gegensatz zu zahlreichen Mediendarstellungen der letzten Tage "stimmt es nicht, dass sich die kirchliche Lehrmeinung zu den Präservativen geändert hätte", heißt es abschließend.

Zum selben Thema äußerte sich auch die argentinische Bischofskonferenz. Unter anderem erklärt sie in ihrer Pressemitteilung: "Auf keine Weise hat die Kirche den Gebrauch von Präservativen genehmigt oder gerechtfertigt. Die Haltung der Kirche hat sich hinsichtlich des einzigen Weges zur Verhinderung aller Krankheiten, die beim Geschlechtsverkehr übertragen werden, nicht geändert: Er besteht in der Treue und der Enthaltsamkeit."

Die Bischöfe weisen darauf hin, dass Gott am Tag der Heiligen Drei Könige "ohne Ausnahme allen Menschen den Weg zum vollständigen Glück in seinem Schoß zeigt. Alles, was den Weg zu diesem liebevollen Treffen mit Gott versperren kann – wie der unangemessene Gebrauch der eigenen Vermögen –, wird die katholische Morallehre auch weiterhin verurteilen. Allen Menschen, die nach Glück und Harmonie streben, wird sie ans Herz gelegt."