Bischöfe fordern EU-Mitgliedsstaaten auf, irakischen Flüchtlingen verstärkt zu helfen

Ergebnisse der Herbst-Vollversammlung

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BRÜSSEL, 23. November 2007 (ZENIT.org).- Die europäischen Bischöfe appellieren an die EU-Mitgliedsstaaten, sich stärker der Flüchtlinge aus dem Irak anzunehmen. Außerdem ermutigen sie die politisch Verantwortlichen zur Vertiefung der Zusammenarbeit mit dem afrikanischen Kontinent und zur Lösung der Kosovo-Frage.



Das geht aus einer heute veröffentlichten Presseerklärung zum Abschluss der Herbst-Vollversammlung der Kommission der Bischofskonferenzen des Europäischen Raumes (COMECE) hervor. Die delegierten Bischöfe der 24 Bischofskonferenzen beschäftigten sich vom 21. bis zum 23. November insbesondere mit dem „Auswärtigen Handeln der EU – aktuelle Herausforderungen und Perspektiven“.

Am Donnerstag stellte der EU-Abgeordnete Elmar Brok (EVP-ED) die neuen Instrumente vor, die durch den künftigen Vertrag von Lissabon eingeführt werden, insbesondere die Schaffung des Postens eines Hohen Vertreters der EU für Außen- und Sicherheits-Politik und Vizepräsidenten der Kommission. Die Bischöfe äußerten diesbezüglich die Erwartung, dass diese neuen Bestimmungen die Kohärenz und die Effizienz des auswärtigen Handelns der EU verbessern können. Im Hinblick auf die Aufgabe des zukünftigen Hohen Vertreters, die Achtung der Religionsfreiheit in den verschiedenen Konfliktzonen der Welt zu verteidigen, schlugen die Hirten regelmäßige Begegnungen mit den Kirchen und Glaubensgemeinschaften vor, etwa mittels einer entsprechenden Abteilung, die noch zu errichten sei.

Ausdrücklich begrüßten die Bischöfe der COMECE die am 15. November angenommene Entschließung des Europäischen Parlaments „Zu den schwerwiegenden Vorfällen, die die Existenz christlicher und anderer religiöser Gemeinschaften gefährden“.

Zur Lage im Irak heißt es in der Presseerklärung: „Angesichts der hoffnungslosen Lage der Flüchtlinge aus dem Irak – insbesondere der christlichen, die vom UNHCR als ‚most vulnerable‘ beschrieben werden – fordern die Bischöfe der COMECE die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten auf, sich kurzfristig auf die verstärkte Aufnahme von Irakflüchtlingen innerhalb der nächsten zwei Jahre zu verständigen. Sie sprachen sich weiterhin dafür aus, vor allem kranken Flüchtlingskindern aus der Region eine Behandlung in Europa zu ermöglichen.“