Bischöfe in Venezuela begrüßen Freilassung politischer Gefangener

Demokratischer Pluralismus ist unbedingt erforderlich

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CARACAS, 11. Januar 2008 (ZENIT.org).- Das Gesetz zur Amnestie von politisch Inhaftierten in Venezuela ist ein Schritt zur Versöhnung im Land. Das betonte kürzlich der Erzbischof von Caracas, Kardinal Jorge Urosa Savino.



Zum Jahreswechsel gewährte Hugo Chavez per Gesetz vom 31. Dezember 2007 mehr als 60 Häftlingen eine Amnestie. Dabei handelt es sich um Personen, die wegen der Beteiligung an einem Putschversuch gegen seine Regierung im Jahr 2002 verurteilt worden waren.

Kardinal Urosa erinnerte aber zugleich daran, dass in Venezuela noch immer Menschen wegen ihrer politischen Ansichten im Gefängnis sitzen, und forderte demokratischen Pluralismus. „Ich glaube, es ist ein Schritt in Richtung Versöhnung, nach dem sich die venezolanischen Bischöfe so sehr gesehnt haben“, erklärte der Kardinal.

„Es ist eine Maßnahme, die den Abbau der Spannungen fördert und einer großen Zahl von Venezolanern wieder Freiheit schenkt, einschließlich derjenigen, die vom Amnestiegesetz profitieren“, so der Oberhirte. Dazu gehörten auch „die Begünstigten der Begnadigung des Präsidenten und alle Verurteilten allgemeiner Vergehen“.

Dennoch vertrat der Kardinal die Ansicht, dass die Anordnung für noch mehr Menschen hätte gelten sollen, unter anderem auch für jene drei Ex-Kommissare, „die sich seit drei Jahren im Gefängnis befinden und deren Fälle noch nicht abgeschlossen sind“.

Die Venezolaner sollten nach Worten des Erzbischofs von Caracas „auf der Grundlage der Landesverfassung agieren. Das erfordert demokratischen Pluralismus und Respekt für die Ideen, Meinungen und politischen Positionen aller Venezolaner. Auf dieser Linie sollten wir weitermachen, damit Versöhnung Realität wird.“