Bischöfe Kalabriens sprechen über 'Ndrangheta

Organisierte Kriminalität ist Verneinung des Evangeliums

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 255 klicks

Am Ende der letzten Woche endete die Vollversammlung der Bischöfe Kalabriens, bei der eines der wichtigsten Themen die 'Ndrangheta und die organisierte Kriminalität in der Region war. Die Bischöfe kamen zu dem Schluss, dass beides nicht mehr hinnehmbar sein. Der Präsident der kalabrischen Bischofskonferenz, Bischof Salvatore Nunnari sagte gegenüber Radio Vatikan, die 'Ndrangheta sei die Verneinung des Evangeliums. Die Position aller Bischöfe und Geistlichen in Kalabrien sei diejenige von Papst Franziskus, der bei seinem Besuch der Region vor wenigen Wochen deutliche Worte gegen das organisierte Verbrechen gebraucht hatte und das Wort „Exkommunikation“ in Zusammenhang mit den Mafiosi gebraucht hatte.

Nunnari sagte, es könne mit der Mafia kein Zusammenleben geben, da sie außerhalb der Kirche und damit außerhalb des Evangeliums stehen würden. Die Aufgabe der Bischöfe sei nun, jeglichen Kontakt der Kriminellen mit der Kirche zu vermeiden. Dabei betonte Nunnari, dass damit auch indirekte Beziehungen gemeint seien, die es in der Vergangenheit mitunter gegeben habe.

Nunnari spielte damit auf eine Prozession vor wenigen Wochen in dem kalabrischen Dorf Oppido Mamertina an, bei der man mit der Statue der Gottesmutter vor dem Haus eines Anführer der 'Ndrangheta angehalten hatte. Es bestehe die Gefahr, dass bei den Mafiosi im Kontext der religiösen Barmherzigkeit der Eindruck entstehe, dass dies auch die Akzeptanz der Kirche für die Kriminellen bedeute. Bei Ereignissen wie der Prozession handle es sich um bewusste Provokationen, die jedoch nicht hinnehmbar seien und einen Rückschritt im Einsatz gegen die Mafia bedeuten würden.

Abschließend sagte Nunnari gegenüber Radio Vatikan, man werde in der Zukunft besonders auf die Priester und ihre Ausbildung achten. Man wolle den wenigen Priestern, die „zu nahe an 'Ndrangheta gewesen“ seien, helfen, wieder auf den richtigen Weg zu gelangen. Man wolle die kommenden Priester diesbezüglich besser ausbilden und sie umfassend über die Mafia und ihr Vorgehen informieren.