Bischöfe nehmen Reformvertrag und Außenpolitik der Europäische Union ins Visier

Die Stärkung der Ehe, weiteres Thema der diesjährigen Herbst-Vollversammlung

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BRÜSSEL, 15. November 2007 (ZENIT.org).- Der neue Reformvertrag, der am 13. Dezember von den Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Mitgliedstaaten in Lissabon (Portugal) unterschrieben werden soll; die EU-Außenbeziehungen mit Afrika und die Situation in Südosteuropa beziehungsweise im Kosovo stehen im Mittelpunkt der bevorstehenden Herbst-Vollversammlung der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (COMECE). Die Sitzungen, die vom 21. bis zum 23. November in Brüssel stattfinden werden, stehen deshalb unter dem Motto: „Auswärtiges Handeln der EU – aktuelle Herausforderungen und Perspektiven“.



Dr. Otmar Oehring von den Päpstlichen Missionswerken in Deutschland und andere Redner werden am Abend des 21. November in einer öffentlichen Diskussionsrunde zum Thema „Flüchtlinge – Was tut Europa?“ auf die Krise im Irak eingehen.

Am Donnerstag, dem 22. November, werden die COMECE-Bischöfe dann über die neuen Bestimmungen des Reformvertrags und den Ratifizierungsprozess unterrichtet werden. In diesem Zusammenhang ist unter anderem ein Austausch mit EU-Abgeordneten Elmar Brok vorgesehen, der bei der letzten Regierungskonferenz einer der Repräsentanten des Europäischen Parlaments war und viele Jahre lang den Vorsitz des Parlamentarischen Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten führte.

Der Freitag wird einem Überblick über Ereignisse und Versammlungen gewidmet sein, die das Leben der Kirche in Europa im Jahr 2007 geprägt haben (COMECE-Kongress in Rom, Dritte Europäische Ökumenische Versammlung im rumänischen Sibiu, Papstbesuch in Österreich, usw.).

Wie Stefan Lunte, Stellvertretender Generalsekretär der COMECE, gegenüber ZENIT ankündigte, werden sich die Bischöfe auch eingehend mit dem neuen Strategiepapier des COMECE-Sekretariats zur Stärkung von Ehe und Familie im Eu-Raum befassen. In der Folge sollte es nach Worten von Lunte möglich sein, „dieses Papier mit unseren Bischöfen an sehr hoher Stelle in der Kommission vorzustellen“. Ziel sei es, „dass die Kommission, die jetzt noch im Amt ist, sich dieses Themas annimmt, dass es aber für die nächste Kommission ab 2009 ein echter Schwerpunkt wird“ (vgl. Interview)

Am Donnerstag, dem 22. November, wird der Dubliner Erzbischof Diarmud Martin, Vizepräsident der COMECE, um 19.00 Uhr im Andenken an Msgr. Maurice Noël Léon Couve de Murville, verastorbener Alterzbischof von Birmingham und ehemaliges Mitglied der COMECE, in der Chapelle de la Résurrection (22-24 Rue van Maerlant, 1040 Brüssel) eine Heilige Messe feiern.

Der Cousin des ehemaligen französischen Premierministers Maurice Couve de Murville starb nach langer Krebskrankheit am 3. November in einem Pflegeheim in Littlehampton.