Bischöfe: Pro-israelisch zu sein muss auch heißen pro-palästinensisch zu sein

Hoffnungszeichen im Heiligen Land

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ROM, 16. Januar 2012 (ZENIT.org). – Eine internationale Bischofsdelegation, die alljährlich das Heilige Land besucht, hat nach ihrer Heimkehr von Hoffnungszeichen gesprochen und dabei betont, dass „pro-israelisch zu sein auch heißen muss, pro-palästinensisch zu sein."

In ihrer Abschlusserklärung erwähnten die Bischöfe der Heilig-Land-Koordination, die sich seit 1998 im Heiligen Land treffen, besonders den Glauben der Christen in der Region, aber auch deren „Unsicherheit, Angst und Frustration", die „das Leben der Menschen in diesem Land beherrschen."

„Den anderen die Schuld zuzuweisen ist eine Verantwortungsverweigerung und zeigt das Versagen der Führungselite, einer Führungselite, die die Menschen so dringend brauchte", erklärten die Bischöfe. „Wir haben zugehört, und wir machen uns diese Überzeugung zu eigen: Pro-israelisch zu sein bedeutet gleichzeitig auch pro-palästinensisch zu sein. Dies bedeutet, für Gerechtigkeit für alle zu sein, deren Ergebnis sicherlich ein dauerhafter Friede sein wird."

Die aus England, den USA, Kanada, Spanien, Deutschland, Frankreich und anderen Nationen stammenden Bischöfe bekräftigten die Bedeutung der Wiederaufnahme des Dialogs zwischen der Palästinensischen Autonomiebehörde und Israel. „Ein ausgehandeltes  Abkommen ist dringend erforderlich", erklärten sie und beklagten, dass der Dialog „von gegenseitigem Extremismus und Intoleranz bedroht und unterminiert wird. Deren Zeichen sind heutzutage allzu offensichtlich in Einstellungen, Urteilen und vielen Handlungen auf der ganzen Welt."
„Dieses Anliegen gilt für beide Seiten“, fuhren die Bischöfe fort, „wir appellieren an Toleranz und fordern eine mutige Leitung, die fähig ist, Vergebung und Demut zu zeigen sowie ein friedliches Zusammenleben zu fördern."

Die Bischöfe erkannten auch Hoffnungszeichen, so erwähnten sie die Nahost-Synode, den zunehmenden Tourismus, den interreligiösen Dialog und Zusammenarbeit sowie verschiedene humanitäre und karitative Projekte.

„Unsere Hoffnung wird vor allem durch das stetige Zeugnis der christlichen Gemeinden, die wir getroffen und mit denen wir unseren Glauben in Gaza, Nablus, Jerusalem und Galiläa gefeiert haben, genährt ", fügten sie hinzu. „Wir erkennen einen Fortschritt hinsichtlich der Verhandlungen zwischen Israel und dem Heiligen Stuhl und hoffen auf eine baldige Lösung."
Die Erklärung der Bischöfe schloss mit einem Aufruf an die politisch Verantwortlichen beider Seiten als auch der Herkunftsländer der Bischöfe: Es müsse „Mut, Entschlossenheit und Kreativität bewiesen werden, auf dass sich die simple Hoffnungen der Mehrheit auf ein friedliches Zusammenleben verwirkliche. Die Treue zur Lebensart der Juden, Christen und Muslime sollte stets so sein, dass sie zu einer großen Offenheit gegenüber allen anderen führt."

[Übersetzung des englischen Originals von Sabrina Toto]