Bischöfe rufen zur Solidarität mit den Christen im Heiligen Land auf

Gebet, finanzielle Unterstützung und Wiederaufnahme von Pilgerfahrten

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WIEN/FREIBURG, 15. März 2005 (ZENIT.org).- "Es darf nicht sein, dass im Geburtsland der Kirche nur mehr die Steine von Jesus reden, während die 'lebendigen Steine' der christlichen Gemeinden immer mehr an den Rand gedrängt werden", heißt es in einer Erklärung der österreichischen Bischofskonferenz, die der Wiener Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn, ihr Vorsitzender, vergangenen Freitag auf einer Pressekonferenz in Wien vortrug.



Nur wenn Frieden im Nahen Osten herrscht – insbesondere im Heiligen Land –, "haben auch die Christen im Heiligen Land neue Lebenschancen", sind die Bischöfe überzeugt. Um ihnen zu helfen, laden sie ihre Gläubigen ein, "die für die Kirche im Heiligen Land bestimmte Kollekte am Karfreitag" dazu zu nutzen, "ihre Solidarität mit den Christen in der Heimat Jesu tatkräftig unter Beweis zu stellen".

Diese Solidarität zu den an den Rand gedrängten Christen sollten sie auch "durch eine Wiederaufnahme der Pilgerfahrten ins Heilige Land" bekunden. In diesem Zusammenhang erinnerte Kardinal Schönborn an das österreichische Hospiz in Jerusalem, einen ganz "privilegierten Orte". Dort kann man bereits ab 10 US-Dollar übernachten. Der Kardinal wird am 29. März selbst an einer von "Pro Oriente" organisierten Wallfahrt ins Heilige Land teilnehmen.

Auch die Bischöfe aus Deutschland und der Schweiz rufen zur Unterstützung der Christen im Heiligen Land auf. In einer Erklärung vom 16. Februar erinnert die Schweizer Bischofskonferenz daran, dass die Christen im Nahen Osten "Brückenbauer der Versöhnung" sind.

"Wir können sogar sagen, dass die Christen sichtbares Zeichen, ja 'Sakrament der Versöhnung' im Lande Jesu sind. Das ist etwas besonders Schönes und Hoffnungsvolles. Denn ohne Versöhnung ist kein echter Friede möglich", schreiben die Bischöfe.

"Mit unserem Gebet und unserer großherzigen Opferkollekte unterstützen wir diese Zeichen der Versöhnung. Wir ermutigen aber auch die Christen zu Pilgerreisen zu den Heiligen Stätten. Dabei sollen sie auch die christlichen Gemeinden vor Ort näher kennen lernen. Auf diese Weise helfen wir den Menschen nicht nur wirtschaftlich, sondern nehmen ihnen auch etwas von der Angst, die sie in den Bann genommen hat. Ganz konkret zeigen wir ihnen: 'Wir glauben an die Brücke der Versöhnung'. Pilger-Reisen sind ein Zeichen der Hoffnung. Sie erinnern an die Gegenwart einer lebendigen Kirche und geben Zeugnis von Frieden und Versöhnung in dieser konfliktgeplagten Region."

In der vorösterlichen Bußzeit bitten die Schweizer Bischöfe alle Christen, dafür zu beten, "dass im Heiligen Land Friede und Versöhnung möglich wird". Und sie ermutigen: "Tragen auch wir das uns Mögliche bei! Von ganzem Herzen sagen wir allen Spenderinnen und Spendern ein großes 'Vergelt's Gott' im Namen der Christen im Heiligen Land."