Bischöfe von Osttimor in Audienz

Papst Franziskus appelliert an kritisches Gewissen der Kirche

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 262 klicks

Am Montag empfing Papst Franziskus die Bischöfe des seit 2002 unabhängigen südostasiatischen Landes mit katholischer Mehrheit Osttimor in einer Audienz. Er rief die Kirche des Landes auf, weiterhin das „kritische Gewissen der Nation“ zu sein und unabhängig von der politischen Macht zu bleiben, jedoch gleichzeitig Bereitschaft zur Zusammenarbeit für das Gemeinwohl zu signalisieren.

Dabei sei die Verkündung des Evangeliums der Barmherzigkeit von entscheidender Bedeutung, so der Papst. Dies sei die Umsetzung der „Revolution der Zärtlichkeit“, von der er in Evangelii Gaudium spreche, die jedoch nur durch eine solide Ausbildung der Pfarrer, der Ordensleute und der Laien erreicht werden könne. Selbstverständlich erwarte man keine Evangelisierung von qualifizierten Agenten. Er sagte:

„Wenn jemand tatsächlich die Glaubenserfahrung der rettenden Liebe Gottes gemacht hat, braucht er keine lange Vorbereitung, um dies zu verkünden; er kann nicht darauf warten, dass ihm viele Unterrichtsstunden oder lange Anleitungen erteilt werden. Jeder Christ ist in dem Maße ein Missionar, in dem er der Liebe Gottes in Jesus Christus begegnet ist.“

Papst Franziskus fuhr fort, die Kulturen müssten evangelisiert werden, um das Evangelium in ihre Kultur aufnehmen zu können. Er sagte:

„Wenn es in den unterschiedlichen kulturellen Kontexten Osttimors dem Glauben und der Evangelisierung nicht möglich ist, Gott zu sagen, den Sieg Christi über das Drama der menschlichen Natur zu verkünden, Raum für den erneuernden Geist zu schaffen, dann liegt das daran, dass sie in den gläubigen Christen nicht lebendig genug sind und dass sie einen Weg der Ausbildung und Reife brauchen.“

Dies bedeute eine Reihe von Herausforderungen, um ein einfacheres Verständnis des Wortes Gottes und eine bessere Annahme der Sakramente zu erlangen, so Papst Franziskus weiter. Er unterstrich, dass diese Herausforderung nicht als Drohung zu verstehen sei. Die Mission gehe heute von einem demütigen Dialog und der festen Überzeugung aus, einen menschlichen Vorschlag machen zu können. Abschließend sagte er zu den Bischöfen:

„Seid Menschen, die in der Lage sind, mit Liebe und Geduld die Schritte Gottes in seinem Volk zu unterstützen und alles aufzuwerten, was es zusammenhält, indem ihr es gegenüber der Gefahren sensibilisiert und vor allem seine Hoffnung wachsen lasst: Mögen Sonne und Licht in den Herzen sein.“