Bischöfliches Hilfswerk Misereor feiert 50. Gründungstag

Die Vision von Kardinal Frings: Ein Abenteuer im Heiligen Geist

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AACHEN, 18. August 2008 (ZENIT.org) .- Mit Zorn und Zärtlichkeit an der Seite der Armen sein und die Liebe entdecken: Diese Leitziele verfolgt das bischöfliche Hilfswerk MISEREOR nun schon seit 50 Jahren.

„Die Armen und Kranken in der Welt sind unsere Freunde. Ihre Freundschaft ist unsere Stärke im Kampf gegen Hunger, Krankheit und Armut und für Gerechtigkeit, Friede und Bewahrung der Schöpfung", betonte der Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff aus Anlass des 50. Jahrestages der Gründung von MISEREOR bei der gestrigen Jubiläumsfeier.

„Ein Abenteuer im Heiligen Geist, das sollte die Gründung von MISEREOR werden“, so Bischof Mussinghoff während der Predigt im Rahmen des Festgottesdienstes im Hohen Dom zu Aachen. Auch heute stehe das Hilfswerk an der Seite der Armen und helfe, die Liebe zu entdecken und Werke der Barmherzigkeit zu tun: Hungernde zu speisen, Dürstende zu tränken, Obdachlose zu beherbergen, Kranke und Gefangene zu besuchen und die Strukturen dieser Nöte zu verändern in einer Globalisierung der Solidarität, in einer Kultur der Liebe. Hier ist der Name unseres Bischöflichen Werkes entstanden. Denn Jesus sagte: Mich erbarmt des Volkes. Misereor... Ich habe Mitleid mit diesen Menschen."

Nach Worten des Bischofs liegen die Wurzeln der Gründung von MISEREOR „in diesem Tun Jesu, das aus seinem Erbarmen, seinem Mitleid, seiner Kompassion mit den hungernden Menschen gewachsen ist".

Jesu Zeichen der Heilung und des Heils hätten missionarische Wirkung, „so dass die Menschen den Gott Israels preisen. Die Kirche heute handelt durch MISEREOR gegen Armut und Krankheit und für Gerechtigkeit, Friede und Bewahrung der Schöpfung. Dieses Zeugnis liebender Zuwendung überzeugt Menschen in der Welt und führt uns und sie zur Freundschaft, zur Dankbarkeit und zum Lobpreis Gottes. Die missionarische Kraft der Liebe ist überzeugend, weil wahr, echt und hilfreich", unterstrich der Aachener Oberhirte.

Beim anschließenden Festakt im Krönungssaal des historischen Rathauses würdigte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, die großflächigen Netzwerke, die MISEREOR geschaffen habe. Eine solche vernetzte Entwicklungshilfe habe eine größere Chance, nachhaltig und in der Bekämpfung der Ursachen von Armut angemessen zu sein.

„Es ist beeindruckend, wie weit das Netz der Partner MISEREORS in den Entwicklungsländern heute reicht. Es umfasst rund 2.500 Organisationen. Dazu gehören Kleinbauern- und Landlosenbewegungen, Kreditgenossenschaften und gewerkschaftliche Vereinigungen, Selbsthilfeorganisationen, Frauengruppen, Menschenrechtsverbände und viele andere,“ so Erzbischof Zollitsch.

Im Jahr 2007 konnte MISEREOR 150 Millionen Euro für unterschiedliche Entwicklungshilfsprojekte ausgeben. Hilfe zur Selbsthilfe ist eines der Grundprinzipien des bischöflichen Hilfswerks. Deswegen wird darauf geachtet, dass die Initiativen nur kurzfristig auf Fördergelder aus Deutschland angewiesen sind.