Bischofsweihe von Domvikar Franz-Josef Overbeck in Münster

Das Evangelium, „meine Heimat und mein Zuhause“

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MÜNSTER, 3. September 2007 (ZENIT.org).- „Unser Bischof soll uns ermutigen, dass wir uns in der Kirche unserer Zeit und in unserem Land nicht in ein Ghetto zurückziehen, sondern freimütig das Evangelium des Lebens verkünden, in alle Bereiche unseres Lebens hinein“, bekräftigte Bischof Reinhard Lettmann am Samstag während der Heiligen Messe zur Bischofsweihe von Domkapitular Franz-Josef Overbeck im münsterschen St.-Paulus-Dom.



Bischof Lettmann bezeichnete den neuen Weihbischof, der 43 Jahre alt und als Nachfolger von Weihbischof Friedrich Ostermann im Kreisdekanat Warendorf und im Stadtdekanat Münster tätig sein wird, als „Vorsteher der betenden Kirche“ und hob in diesem Zusammenhang hervor, dass eine Kirche, die nicht mehr im Gebet auf Gott und ihren Herrn Jesus Christus schaue, aufhöre, die Kirche Jesu Christi zu sein.

Am Ende des Gottesdienstes, an dem rund 3.000 Gläubige teilgenommen hatten, wies der Neugeweihte darauf hin, dass es in seinem Dienst zuerst einmal „um den Hirten schlechthin, um Jesus Christus“ gehe. „Er ist der Hirte, der Leben in Fülle gibt.“

Jesus sei gekommen, um uns das Leben in Fülle zu bringen, und dieses Leben finde man überall dort, wo man Heimat finde. „Eindrücklicher als in der heutigen Weiheliturgie selbst kann die Antwort gar nicht ausfallen. Beim Weihegebet nach der Handauflegung haben die Diakone das aufgeschlagene Evangelium über meinem Kopf gehalten, damit sich das Evangelium ganz in mich einsenke und ich zugleich ganz behütet und beschützt davon sei. Das ist meine Heimat und mein Zuhause. Das ist das Leben in Fülle. Jesus will sein Evangelium in jeden Menschen einsenken, in sein Herz pflanzen und ihn ganz durchdringen. Er will den Menschen behüten, beschützen und ihm Heimat geben in allem, was ihm widerfährt. Wer dann von ihm selber in die Nachfolge gerufen ist, der muss tun, was Jesus getan hat und bis heute tut: den Menschen helfen, Heimat und Leben in Gott zu finden.“

Überall dort, wo „das Beten, das Beschenkt-Sein der Menschen mit dem Lebensnotwendigen, das lebendige Kirchesein“ stattfinde, dort finde der Mensch Heimat und Leben in Fülle. „Genau da hat der Bischofsdienst seinen Platz. Er ist Hirtendienst im Namen Gottes für den ganzen Menschen und unsere Kirche.“

Der Wahlspruch von Weihbischof Franz-Josef Overbeck lautet: „Magnificat anima mea dominum – meine Seele preist die Größe des Herrn“ (Lk 1,46). Dieses „Gebetswort“ wolle unter anderem zeigen, dass Gott im Beten groß sei und der Mensch sein rechtes Maß bekomme.