Bistum Erfurt: Eröffnung des Elisabeth-Jahres steht bevor

Jubiläumsjahr zum 800. Geburtstag der heiligen Elisabeth von Thüringen

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ERFURT, 17. November 2006 (ZENIT.org).- Morgen, Samstag, wird Bischof Joachim Wanke mit einem öffentlichen Pontifikalamt im Erfurter Mariendom feierlich das Elisabeth-Jahr eröffnen. Die Eucharistiefeier beginnt um 10.00 Uhr.



In seinem Grußwort zum 800. Geburtstag der heiligen Elisabeth von Thüringen (1207-1231), der Patronin des Bistums Erfurt, rief der Hirte dazu auf, im Jubiläumsjahr zu bedenken, „was die heilige Elisabeth uns in der heutigen Zeit zu sagen hat“. Weil Gott das Wichtigste in ihrem Leben gewesen sei, „waren ihr die Menschen, ungeachtet ihres sozialen Standes, wichtig. Elisabeths tätiger Glaube linderte in ihrer unmittelbaren Umgebung Not und Elend.“

Im Geiste der Bistumspatronin sollte jeder einzelne auf die zahlreichen Nöte der heutigen Zeit eingehen, „die mitunter nicht sofort ins Auge fallen“, und insbesondere „die caritative Dimension christlicher Existenz“ sichtbar machen.

Am Sonntag wird in den Kirchengemeinden der Bistümer Erfurt und Fulda ein Hirtenbrief verlesen, den Bischof Wanke und der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen aus Anlass des Elisabeth-Jahres verfasst haben. Er trägt den Titel „Wie Gott die Menschen lieben“ und erinnert daran hin, dass die Christusförmigkeit „Quellgrund“ der Menschenfreundlichkeit der heiligen Elisabeth sei. „Nächstenliebe ohne Nachfolge Jesu ist eine Tugend“, schreiben die Bischöfe. „Nächstenliebe um Jesu willen und in seiner Nachahmung ist Gottesverehrung“.

Die Entschiedenheit, mit der Elisabeth den Weg der Christusnachfolge ernst nahm, sei eine deutliche Anfrage an das Christentum und die Gesellschaft heute. „Das Christentum verliert seine ‚salzende’ Kraft, wenn es Nächstenliebe nicht mehr zu motivieren weiß.“

Als zentrale Botschaft des Elisabeth-Jahres benennen die beiden Bischöfe: „Wer selbstlos liebt, berührt Gott, wird mit ihm ‚eines Sinnes’.“ Daraus ergebe sich, dass Menschen, die mit der Kirche nichts anfingen, Gott nahe sein könnten, wenn sie in der Art der heiligen Elisabeth anderen selbstlos dienen und darin unbewusst Christus ähnlich würden, aber auch, dass der Glaube an Gott in der „Fußwaschung am Mitmenschen“ Gestalt annehmen müsse.

In diesem Sinn bekräftigen die Bischöfe, dass die „beste Form des Gedenkens an die heilige Elisabeth“ darin bestehe, genau hinzuschauen, „die Nöte unserer Zeit beim Namen zu nennen“ und selbst aktiv zu werden. „Unsere Gesellschaft braucht mehr als Gerechtigkeit, so notwendig diese auch ist. Auf dem Fundament der Gerechtigkeit braucht unser gesellschaftliches Haus auch Barmherzigkeit und Solidarität für jene, die allein nicht mit dem Leben zurechtkommen.“

Das Elisabeth-Jahr sei eine Einladung, „wie Elisabeth im Dienst an den Menschen Gott zu verherrlichen und darin selbst froh zu werden“, heißt es abschließend.

Offiziell beginnt das Jubiläumsjahr mit dem ersten Advent (3. Dezember), an dem auch das neue Kirchenjahr anfängt. Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen wird an diesem Tag um 10.00 Uhr in der Pfarrkirche St. Peter und Paul zu Marburg ein feierliches Pontifikalamt halten, mit dem auch der Pastoralverbund Marburg errichtet wird.